Phobien

Phobien und Agoraphobie behandeln in Salzkotten

Eine Phobie wirkt von außen oft übertrieben, und meist wissen Betroffene das selbst. Ich erkläre, warum dieses Wissen die Angst kaum beeinflusst und was in der Therapie stattdessen hilft.

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Frau steht still inmitten einer vorbeieilenden Menschenmenge
Foto: @eneasmx / Unsplash

Kurz erklärt

Eine spezifische Phobie ist eine anhaltende, deutlich übersteigerte Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation, etwa vor Tieren, Höhe, Spritzen oder engen Räumen. Die Agoraphobie ist die Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig oder Hilfe schwer erreichbar scheint, etwa Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel oder das Alleinsein außer Haus.

Was ist eine Phobie, und wann wird sie zum Problem?

Zwei verallgemeinerte Beispiele, wie sie in ähnlicher Form immer wieder geschildert werden. Der eine nimmt seit Jahren lieber die Treppe, auch in den fünften Stock. Aufzüge sind eng, und was, wenn er stecken bleibt? Lästig, mehr nicht. Bis die neue Arbeitsstelle im neunten Stock eines Bürohauses liegt.

Die andere hat vor einigen Jahren in einem vollen Zug eine Panikattacke erlebt. Seitdem fährt sie nicht mehr Zug. Dann nicht mehr Bus. Inzwischen geht sie nur noch einkaufen, wenn der Laden fast leer ist, am liebsten in Begleitung. Ihr Radius ist Schritt für Schritt kleiner geworden, ohne dass sie das je beschlossen hätte.

Das erste Beispiel beschreibt eine spezifische Phobie. Die Angst richtet sich auf ein klar umrissenes Objekt oder eine Situation: Spinnen, Hunde, Höhe, Fliegen, enge Räume, Blut oder Spritzen. Das zweite beschreibt eine Agoraphobie. Gefürchtet werden hier Orte, an denen eine Flucht schwierig wäre oder Hilfe nicht schnell genug käme, wenn etwas Schlimmes passiert. Menschenmengen, Schlangen an der Kasse, öffentliche Verkehrsmittel, allein unterwegs sein. Häufig hängt die Agoraphobie mit Panikattacken zusammen.

Nicht jede Angst braucht eine Behandlung. Wer sich vor Schlangen fürchtet und in Ostwestfalen lebt, hat damit selten zu tun. Zum Problem wird eine Phobie, wenn sie Ihr Leben spürbar einschränkt. Sie sagen Urlaube ab, schieben notwendige Arztbesuche auf, lehnen eine Stelle ab, und der Alltag richtet sich zunehmend nach der Angst.

Treten Schwindel, Herzklopfen oder Ohnmachtsgefühle auf, sollte vorher ärztlich abgeklärt sein, dass keine körperliche Ursache dahintersteht, etwa am Herzen oder an der Schilddrüse.

Warum macht Vermeiden die Angst größer?

Fast alle Menschen mit einer Phobie wissen, dass ihre Angst übertrieben ist. Der Aufzug wird regelmäßig geprüft, die Spinne ist harmlos. Im entscheidenden Moment hilft dieses Wissen trotzdem nicht. Das liegt daran, wie Angst gelernt und aufrechterhalten wird.

Nehmen wir das Beispiel mit dem Aufzug. Die Situation: Die Tür öffnet sich. Die Bewertung: „Wenn er stecken bleibt, bekomme ich keine Luft, und niemand holt mich raus.“ Das Gefühl: Angst, Herzklopfen, Enge in der Brust. Das Verhalten liegt nahe. Man nimmt die Treppe. Und die Folge? Kurzfristig fällt die Angst sofort ab. Erleichterung.

Genau diese Erleichterung ist das Problem. Das Gehirn verbucht die Flucht als Erfolg. Vermeidung wird belohnt und deshalb beim nächsten Mal wahrscheinlicher, in der Lerntheorie heißt das negative Verstärkung. Gleichzeitig wird die Befürchtung nie überprüft. Wer nie Aufzug fährt, erfährt nie, dass er heil oben ankommt. Die Bewertung bleibt so bedrohlich wie am ersten Tag. Oft wächst sie sogar, weil die Vorstellung keine Korrektur durch die Wirklichkeit bekommt.

Sicherheitsverhalten wirkt ähnlich. Wer nur mit Begleitung in die Stadt fährt, schreibt das gute Ende der Begleitung zu: „Allein wäre es schiefgegangen.“ Mit der Zeit kommen weitere Situationen dazu, die der ersten ähneln. Bei der Agoraphobie sieht man das besonders deutlich. Aus einem gemiedenen Zug wird ein gemiedener Stadtteil.

Jede Vermeidung bringt sofort Erleichterung und nimmt Ihnen zugleich die Gelegenheit zu erleben, dass Sie es geschafft hätten.

Wie funktioniert gestufte Exposition?

Die bei Phobien am besten untersuchte Behandlung heißt Exposition, und Leitlinien empfehlen sie als Kern der Therapie. Sie setzen sich der gefürchteten Situation gezielt und wiederholt aus, bis die Erfahrung Ihre Erwartung einer Katastrophe widerlegt.

Gestuft heißt, dass niemand Sie ins kalte Wasser wirft. Wir stellen gemeinsam eine Rangfolge von Situationen auf, von leicht bis schwer. Bei Angst vor Aufzügen kann sie so aussehen: vor dem Aufzug stehen und die Tür beobachten, einsteigen und bei offener Tür stehen bleiben, ein Stockwerk fahren, dann mehrere, schließlich allein in einem engen Aufzug zur Hauptverkehrszeit. Begonnen wird dort, wo die Angst deutlich spürbar, aber machbar ist.

Sie bleiben in der Situation, bis Sie etwas gelernt haben. Vorher schreiben Sie auf, was Sie befürchten: „Ich werde ohnmächtig.“ „Ich bekomme keine Luft.“ Nachher halten Sie fest, was tatsächlich passiert ist. Je deutlicher der Unterschied ausfällt, desto mehr lernt das Gehirn um. Das Sicherheitsverhalten lassen wir dabei nach und nach weg, sonst bekommt am Ende wieder die Wasserflasche oder die Begleitung den Verdienst.

Eine Besonderheit gibt es bei der Angst vor Blut und Spritzen. Hier kann der Blutdruck tatsächlich absinken und eine Ohnmacht auslösen. Dafür gibt es eine eigene Technik, bei der Sie gezielt Muskeln anspannen, um den Kreislauf stabil zu halten.

Exposition allein reicht mir nicht, wenn hinter der Angst eine Überzeugung steckt, die auch an anderen Stellen Ihres Lebens wirkt. Nach der PKP schaue ich deshalb auf die Grundannahmen. Häufig ist es eine Form der Frustrationsintoleranz: „Angst halte ich nicht aus.“ Wer diesen Satz prüft und merkt, dass er Angst schon unzählige Male ausgehalten hat, geht anders in die nächste Übung.

Ist die Phobie nur ein Symptom?

Bei manchen Phobien steht ein klares Erlebnis am Anfang, etwa ein Unfall oder ein Hundebiss. Häufig ist die Phobie aber nur die sichtbare Spitze. Darunter liegen emotionale Turbulenzen, die im Alltag immer wieder aufbrechen und sich an einem bestimmten Ort oder Gegenstand festmachen: am Aufzug, an der Autobahnbrücke, an der Höhe.

Welche Bewertungen diese Turbulenzen antreiben, hängt mit persönlichen Konzepten zusammen.

Selbstwertkonzepte. „Wenn ich jetzt die Fassung verliere, blamiere ich mich.“ Die Angst gilt dann weniger dem Aufzug als dem Bild, das andere von einem bekommen könnten.

Frustrationsintoleranzkonzepte. Angst, Ekel oder Enge gelten als nicht auszuhalten. Wer das glaubt, flieht, bevor er erleben kann, dass das Gefühl von allein abklingt.

Kontroll- und Sicherheitskonzepte. Nur was vollständig planbar ist, gilt als sicher. Situationen, aus denen man nicht sofort hinauskommt, werden zur Gefahr.

Diese Konzepte bilden einen Schwerpunkt der Therapie, ergänzend zur gestuften Exposition. Wir arbeiten sie heraus und prüfen, ob sie standhalten. Wird die innere Grundspannung geringer, verliert die Phobie an Kraft. Ist sie eine Folge solcher Turbulenzen, tritt sie in vielen Fällen deutlich zurück.

So arbeite ich

Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie. Bei Phobien und Agoraphobie gehe ich in diesen Schritten vor:

  1. Erstgespräch

    In etwa 45 Minuten erzählen Sie, wovor Sie Angst haben und wo sie Sie einschränkt. Wir klären auch, ob eine ärztliche Abklärung nötig ist. Das Erstgespräch kostet 50 Euro.

  2. Situationen analysieren

    Wir gehen konkrete Momente durch. Was haben Sie befürchtet, was gefühlt, was getan, um der Situation zu entkommen? Dabei sammeln wir auch Ihr Sicherheitsverhalten, das Ihnen oft selbst kaum noch auffällt.

  3. Grundannahmen und Ziel festlegen

    Wir suchen die Überzeugung, auf der die Angst ruht, und legen ein konkretes Ziel fest, etwa wieder allein mit dem Zug zu fahren.

  4. Befürchtungen prüfen

    Im Sokratischen Dialog untersuchen wir, wie wahrscheinlich das Befürchtete ist und wie schlimm es wirklich wäre. Ich stelle die Fragen, die Schlüsse ziehen Sie.

  5. Gestufte Exposition

    Wir erstellen Ihre Rangfolge und üben Stufe für Stufe im Alltag. Jede Übung wird vorbereitet und hinterher ausgewertet.

  6. Abschluss und Rückfallvorbeugung

    Wir besprechen, wie Sie mit erneuter Angst umgehen und warum es hilft, gefürchtete Situationen auch nach der Therapie regelmäßig aufzusuchen. Gerade bei der Agoraphobie schleicht sich Vermeidung sonst leise wieder ein.

Meine Praxis liegt in der Lindentrift 36 in Salzkotten und ist aus Geseke, Delbrück, Büren und dem übrigen Kreis Paderborn gut erreichbar. Sitzungen per Video sind möglich. Eine Sitzung dauert 60 Minuten und kostet 120 Euro. Die Gebühren sind von Ihnen selbst zu tragen. Eine Abrechnung mit der privaten Krankenversicherung ist je nach Tarif möglich. Mit gesetzlichen Krankenkassen rechne ich nicht ab.

Häufige Fragen

Muss ich bei der Exposition sofort das Schlimmste machen?

Nein. Wir beginnen mit einer Situation, die Sie sich zutrauen, und steigern von dort aus. Das Tempo bestimmen Sie mit, gezwungen wird niemand.

Wie gut ist Exposition bei Phobien untersucht?

Bei spezifischen Phobien und bei der Agoraphobie gehört sie zu den am besten untersuchten Verfahren der Psychotherapie. Wie es bei Ihnen verläuft, lässt sich vorab nicht sagen. Wer nach der Therapie weiter in gefürchtete Situationen geht, hält das Gelernte am ehesten stabil.

Was ist, wenn ich die Wohnung kaum noch verlasse?

Dann können wir mit Sitzungen per Video beginnen und die ersten Übungen in Ihrer unmittelbaren Umgebung planen. Ein Ziel bleibt, dass Sie wieder selbst in die Praxis kommen können.

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Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung.

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