Kurz erklärt
Integrative Kognitive Verhaltenstherapie (IKVT) ist eine Weiterentwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie. Sie klärt, welche Bewertungen und Grundannahmen ein Problem entstehen lassen und aufrechterhalten, prüft sie im Sokratischen Dialog und übt tragfähigere Sichtweisen im Alltag ein.
Was ist Integrative Kognitive Verhaltenstherapie?
Integrative Kognitive Verhaltenstherapie, kurz IKVT, ist eine Weiterentwicklung der klassischen Kognitiven Verhaltenstherapie. Ihr Ausgangspunkt: Gefühle und Verhalten hängen davon ab, wie ein Mensch eine Situation wahrnimmt, welche Schlüsse er daraus zieht und wie er diese Schlüsse bewertet. In der Form, wie Dr. Harlich H. Stavemann sie in seinem Lehrbuch beschreibt, kommen eine genaue problemorientierte Diagnostik, die Arbeit an Lebenszielen und Werten sowie Gedanken aus der Philosophie und aus neueren Verfahren hinzu.
Integrativ heißt dabei nicht beliebig. Was aus verschiedenen Quellen stammt, wird in ein gemeinsames Modell eingeordnet, und die Therapie folgt einem klaren Ablauf in Phasen. Für Sie hat das einen praktischen Vorteil. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt, woran wir gerade arbeiten und warum.
Im Mittelpunkt steht ein einfaches Schema, das SKR-Modell. S steht für die Situation. K steht für die Kognitionen, also alles, was Sie in dieser Situation wahrnehmen, vermuten und bewerten. R ist die Reaktion: das Gefühl, der Körper, das Verhalten. Wer zum Beispiel in einer Besprechung einen Vorschlag macht und niemand antwortet, denkt vielleicht zuerst: „Die finden die Idee schlecht.“ Daraus folgert er, die anderen hielten ihn jetzt für unfähig. Und das bewertet er als unerträglich. Das Gesicht wird heiß, bis zum Ende der Sitzung sagt er nichts mehr. Sein Kollege am selben Tisch hält die Runde nach der Mittagspause für müde und wiederholt den Vorschlag in zwei Sätzen. Gleiche Situation. Anderes K, andere Reaktion.
Warum am Anfang die Diagnostik steht
Wer eine Therapie beginnt, möchte meist, dass etwas Belastendes aufhört. Ich frage in den ersten Stunden trotzdem nach etwas anderem: Wie entsteht es, und was hält es am Leben?
Dafür nutze ich die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik, kurz PKP. Sie gibt einem Problem nicht bloß einen Namen. Sie fragt, welche Bewertungen und Grundannahmen dahinterstehen und ob mehrere Probleme aufeinander aufbauen. Wer jedem Konflikt ausweicht, tut das vielleicht, weil er fest überzeugt ist, nur dann etwas wert zu sein, wenn andere ihn mögen. Ein Training in Durchsetzungsfähigkeit bringt dann wenig, solange diese Überzeugung unangetastet bleibt. Die PKP sortiert solche Ebenen und legt fest, wo die Arbeit beginnt.
Auch die Lerngeschichte gehört dazu. Grundannahmen entstehen irgendwann, oft als durchaus vernünftige Antwort auf die Umgebung, in der jemand groß geworden ist, und sie wirken Jahrzehnte später weiter, obwohl sich die Umstände längst verändert haben.
Was Sie fühlen, folgt einer Logik. Wer diese Logik kennt, kann an ihr arbeiten.
So arbeite ich
Erstgespräch
Es dauert etwa 45 Minuten. Sie schildern, was Sie herführt, und ich bitte Sie um ein konkretes Beispiel aus den letzten Wochen: Wo waren Sie, was ging Ihnen durch den Kopf, was haben Sie dann getan? Oft zeigt sich daran schon ein erstes Muster. Ich sage Ihnen, wie ich Ihr Anliegen vorläufig einschätze und wie ich vorgehen würde. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie weitermachen.
Diagnostik und Ziele
In den folgenden Sitzungen klären wir mit der PKP, wann das Problem auftritt, wie es entstanden ist und was es aufrechterhält. Dazu gehören Fragen zur Lebensgeschichte und zu Ihren Werten, außerdem eine, die manche überrascht: Wohin wollen Sie eigentlich? Wer seine Lebensziele kennt, kann besser beurteilen, ob eine Gewohnheit ihn dorthin bringt. Wir legen auch fest, wie Sie in der belastenden Situation künftig reagieren möchten. Das Ziel muss erreichbar sein. „Nie wieder nervös“ ist es selten, „nervös sein und trotzdem sprechen“ schon eher.
Das gemeinsame Problemmodell
Ich führe Sie in das SKR-Modell ein, und wir zerlegen Ihre typischen Situationen damit Schritt für Schritt. An dieser Stelle klickt es oft. Sie sehen schwarz auf weiß, welche Bewertung welches Gefühl auslöst und welche Annahme immer wiederkehrt. Aus vielen einzelnen Situationen entsteht so ein Bild Ihrer Grundannahmen, zum Beispiel der Überzeugung, Fehler dürften einfach nicht passieren.
Bewertungen prüfen im Sokratischen Dialog
Jetzt kommen diese Annahmen auf den Prüfstand. Im Sokratischen Dialog gebe ich keine Antworten vor, ich frage. Was genau meinen Sie mit „Versager“? Nach welchem Maßstab? Würden Sie ihn bei einem guten Freund genauso anlegen? Und was kostet Sie diese Überzeugung im Alltag? Sie prüfen mit Ihren eigenen Kriterien und formulieren am Ende selbst eine Sichtweise, die Sie für zutreffender halten. Das ist Denkarbeit, manchmal mühsame. Dafür hält das Ergebnis länger als ein Satz, den man sich bloß vorsagt.
Üben zwischen den Sitzungen
Eine neue Sichtweise muss gebahnt werden, so wie ein Pfad erst durch häufiges Gehen entsteht. Zwischen den Stunden analysieren Sie belastende Situationen auf einem Arbeitsblatt selbst. Gemeinsam bauen wir eine Übungsleiter von leichten zu schwierigeren Schritten. Manche Übungen finden zuerst in der Vorstellung statt, andere gleich im Alltag. In der nächsten Sitzung besprechen wir, was passiert ist, gerade auch das Unerwartete.
Stabilisierung und Abschluss
Wenn Sie die neuen Bewertungen zunehmend von selbst anwenden, werden die Abstände zwischen den Terminen größer. Wir gehen durch, in welchen Situationen das alte Muster wieder anklopfen könnte und was Sie dann tun. Am Ende sollen Sie Ihr Problemmodell so gut kennen, dass Sie ohne mich damit arbeiten können. Den Zeitpunkt für den Abschluss legen wir gemeinsam fest.
Hintergrund und Praxis in Salzkotten
Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie. Fortbildungen habe ich unter anderem in Problemorientierter Kognitiver Psychodiagnostik besucht, zu dysfunktionalen Selbstwertkonzepten, zu Lebenszielanalyse und Lebenszielplanung, zu existenziellen Problemen und in Sokratischer Gesprächsführung, begleitet von Supervision und Selbsterfahrung.
Wo ein Muster sehr früh entstanden ist und sich durch viele Lebensbereiche zieht, ergänze ich die KVT durch schematherapeutische Ansätze und durch Ansätze aus NARM. Die zweijährige NARM-Ausbildung am UTA Institut in Köln mache ich seit 2025, der Abschluss ist für Ende 2027 vorgesehen. Wenn es zu Ihrem Anliegen passt und Sie es möchten, kann medizinische Hypnose dazukommen, die ich am Thermedius Institut gelernt habe. Manche Bewertung lässt sich in diesem Zustand leichter aufspüren als im Gespräch.
Die Praxis liegt in der Lindentrift 36 in Salzkotten, aus Geseke, Delbrück, Büren und dem übrigen Kreis Paderborn ist der Weg kurz. Eine Videosprechstunde ist ebenfalls möglich. Das Erstgespräch kostet 50 Euro, eine Sitzung von 60 Minuten 120 Euro. Mit gesetzlichen Krankenkassen rechne ich nicht ab. Die Gebühren sind von Ihnen selbst zu tragen. Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Integrative Kognitive Verhaltenstherapie?
Das hängt davon ab, wie viele Ebenen ein Problem hat und wie lange ein Muster schon besteht. Nach der Diagnostik kann ich Ihnen eine grobe Einschätzung geben. Unterwegs prüfen wir regelmäßig, ob die Richtung stimmt.
Muss ich zwischen den Sitzungen Übungen machen?
Ja, sie gehören fest dazu. Was in der Stunde klar geworden ist, muss sich im Alltag bewähren. Umfang und Tempo vereinbaren wir so, dass es neben Beruf und Familie machbar bleibt.
Ist das nicht einfach positives Denken?
Nein. Positives Denken ersetzt einen belastenden Gedanken durch einen angenehmen, ohne ihn zu prüfen. In der IKVT untersuchen Sie, ob eine Annahme zutrifft und ob sie Ihnen nützt. Manchmal bleibt am Ende eine nüchterne Sicht übrig, die gar nicht besonders positiv klingt und trotzdem trägt.
Was unterscheidet einen Heilpraktiker für Psychotherapie von einem Psychologischen Psychotherapeuten?
Psychologische Psychotherapeuten haben eine Approbation und können mit Kassenzulassung über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Heilpraktiker für Psychotherapie arbeiten mit einer staatlichen Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse ist nicht möglich. Daher sind die Gebühren von Ihnen selbst zu tragen. Eine Abrechnung mit der privaten Krankenversicherung ist möglich; ob und in welcher Höhe erstattet wird, hängt von Ihrem Tarif ab.