Existenzielle Themen

Existenzielle Fragen und Todesangst: KVT in Salzkotten

Dass wir sterben, wählen müssen und vieles nie sicher wissen, ist keine Störung. Schwer wird es oft erst durch die Art, wie wir über diese Grenzen denken.

Termin vereinbaren Anfrage per E-Mail

Älterer Mann blickt im Profil ruhig ins Licht
Foto: @jmason / Unsplash

Kurz erklärt

Existenzielle Probleme sind seelische Belastungen, die aus der erkannten Begrenztheit des eigenen Lebens entstehen, etwa durch Endlichkeit, Verlust oder Unsicherheit. Sie sind keine Krankheit. Die Integrative KVT prüft, welche Grundannahmen über diese Grenzen das Leiden verstärken.

Was sind existenzielle Probleme?

Jeder Mensch stößt irgendwann an Grenzen, die sich nicht verschieben lassen. Das eigene Leben ist endlich, das der Menschen, die man liebt, ebenso. Man muss Entscheidungen treffen, ohne zu wissen, wie sie ausgehen, und die Folgen trägt man selbst. Niemand kann ganz in einen anderen hineinsehen. Und ob das, was man tut, einen Sinn hat, sagt einem keiner von außen.

In der Integrativen Kognitiven Verhaltenstherapie (IKVT) heißen die seelischen Belastungen, die aus diesen Grenzen entstehen, existenzielle Probleme. Sie bilden dort eine eigene Gruppe, neben Selbstwertproblemen und Problemen mit geringer Frustrationstoleranz. Das hat praktische Folgen. Wer nachts wach liegt, weil ihn der Gedanke an den eigenen Tod nicht loslässt, braucht eine andere Art von Gespräch als jemand, der sich für wertlos hält.

Eine Sinnfrage ist keine Krankheit. Wer über die eigene Endlichkeit nachdenkt, tut etwas sehr Menschliches, und manchmal entsteht genau daraus eine Klarheit darüber, was man vom Leben will. Belastend wird es, wenn das Nachdenken sich im Kreis dreht und den Alltag besetzt. Wenn Angst oder Leere bleiben. Wenn man anfängt, Orte, Gespräche oder Pläne zu meiden.

Wann wird aus einer Lebensfrage Leid?

Oft gibt es einen Anlass. Der Vater stirbt, und mit ihm verschwindet die Generation, die zwischen einem selbst und dem Tod stand. Ein Freund im gleichen Alter erkrankt schwer. Die Kinder ziehen aus, der Ruhestand beginnt, eine lange Beziehung endet. Oder es passiert gar nichts Besonderes, und an einem gewöhnlichen Sonntagnachmittag steht die Frage im Raum, ob das alles gewesen sein soll.

Manche reagieren darauf mit Kontrolle. Sie lassen jedes Ziehen in der Brust abklären, lesen Statistiken, sichern sich gegen alles ab. Andere stürzen sich in Arbeit, damit keine stille Minute bleibt. Beides verschafft kurz Ruhe. Langfristig hält es die Angst am Leben, weil der Kopf daraus lernt, dass man diesem Thema ausweichen muss.

An den Tatsachen selbst ändert keine Therapie etwas. Wir werden sterben, Verluste gehören zum Leben, Sicherheit gibt es nur in Grenzen. Veränderbar ist die Haltung, mit der jemand diesen Tatsachen begegnet. Und die hängt stark davon ab, was er über sie denkt.

Welche Annahmen machen die Endlichkeit so schwer?

Hinter dem Leiden stehen meist Grundannahmen, die man nie ausdrücklich formuliert hat. Etwa: „Wenn am Ende alles vorbei ist, hat nichts eine Bedeutung.“ Oder: „Ich muss sicher sein, dass mir nichts passiert, bevor ich ruhig werden darf.“ Nach einem Verlust heißt es vielleicht: „Ohne diesen Menschen ist mein Leben nichts mehr wert.“ Vor einer großen Entscheidung: „Wenn ich falsch wähle, habe ich mein Leben verschenkt.“ Und wer sich einsam fühlt, denkt womöglich: „Wenn mich niemand ganz versteht, bin ich allein.“

Solche Sätze klingen wie Feststellungen. Es sind Bewertungen. Und Bewertungen lassen sich prüfen.

Stimmt es zum Beispiel, dass etwas nur Bedeutung hat, wenn es ewig dauert? Ein Konzert ist nach zwei Stunden vorbei, und kaum jemand hält es deshalb für sinnlos. Manche würden sagen, gerade weil es endet, hört man genauer hin. Diese Frage lässt sich ernsthaft durchdenken, und die Antwort fällt bei jedem Menschen etwas anders aus. Bei manchen verschiebt dieser Moment etwas. Die Endlichkeit bleibt, aber der Satz, der sie unerträglich gemacht hat, verliert an Gewicht.

Dass das Leben endet, lässt sich nicht ändern. Prüfen lässt sich, ob unsere Gedanken darüber uns beim Leben helfen oder es verhindern.

Wo sich nichts ändern lässt, geht es um Akzeptanz. Damit meine ich kein Abfinden mit zusammengebissenen Zähnen. Akzeptieren heißt hier, eine Tatsache als Tatsache stehen zu lassen und die Kraft, die bisher ins Dagegenankämpfen floss, für etwas anderes zu verwenden. Wofür, ist eine Frage der Werte. Was ist Ihnen wichtig, ganz unabhängig davon, wie viel Zeit bleibt? Wer darauf eine eigene Antwort hat, entscheidet oft leichter, auch wenn die Unsicherheit nicht verschwindet.

So arbeite ich

Mit Fragen nach Verlust, Abschied und Grenzen habe ich mich intensiv beschäftigt, in einer eigenen Fortbildung zu existenziellen Problemen und von 2021 bis 2023 als Supervisor für die Mitarbeitenden einer Palliativstation der Kreisklinik Roth. Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie. Die Arbeit folgt der Logik der IKVT.

  1. Erstgespräch

    Sie schildern, was Sie beschäftigt, und ich frage nach. Danach wissen Sie, wie ich arbeite, und entscheiden in Ruhe, ob Sie weitermachen möchten.

  2. Das Problem genau ansehen

    Wann meldet sich die Angst oder die Leere, was geht Ihnen dann durch den Kopf, was tun Sie? Aus vielen einzelnen Situationen wird ein Muster erkennbar.

  3. Ziele klären

    Wir besprechen, was Sie in diesen Situationen anders erleben möchten, und prüfen, ob das Ziel erreichbar ist. „Nie wieder an den Tod denken“ ist es nicht. „Den Gedanken haben können, ohne dass er den Abend bestimmt“ schon eher.

  4. Grundannahmen prüfen

    Im Sokratischen Dialog untersuchen wir Ihre Annahmen über Endlichkeit, Sicherheit oder Sinn. Ich gebe Ihnen keine Weltanschauung vor. Ich stelle Fragen, und Sie prüfen, ob Ihre bisherige Sicht trägt.

  5. Werte und Lebensziele

    Wir erheben, woran Sie glauben und was Ihnen wichtig ist, und schauen, ob Ihr Alltag dazu passt. Oft zeigt sich hier, was bisher aus Angst aufgeschoben wurde.

  6. Neues einüben

    Einsicht allein reicht selten. Zwischen den Sitzungen probieren Sie Neues aus, zum Beispiel ein lange vermiedenes Gespräch oder einen Besuch an einem Ort, der mit einem Verlust verbunden ist.

Die Praxis in Salzkotten

Meine Praxis liegt in der Lindentrift 36 in Salzkotten. Gut erreichbar ist sie auch aus Geseke, Delbrück, Büren und dem übrigen Kreis Paderborn. Wenn der Weg nicht passt, ist eine Sitzung per Video möglich.

Reicht die kognitive Arbeit allein nicht, weil eine Angst sehr früh verankert ist, ergänze ich sie um schematherapeutische Ansätze und um Elemente aus NARM, das ich seit 2025 an der UTA in Köln lerne. Das Erstgespräch dauert etwa 45 Minuten und kostet 50 Euro, eine Sitzung von 60 Minuten 120 Euro. Die Gebühren sind von Ihnen selbst zu tragen, mit den gesetzlichen Kassen rechne ich nicht ab. Je nach Tarif ist eine Abrechnung mit der privaten Krankenversicherung möglich. Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung.

Wenn Gedanken an den Tod in den Wunsch übergehen, nicht mehr zu leben, oder wenn Sie in einer akuten Krise sind, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Hausarzt, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall an die 112.

Häufige Fragen

Ist Angst vor dem Tod eine psychische Krankheit?

Nein. Zu wissen, dass man sterben wird, und das manchmal beängstigend zu finden, gehört zum Menschsein. Therapeutisch interessant wird es, wenn die Angst den Alltag bestimmt oder Sie Dinge meiden, die Ihnen eigentlich wichtig sind.

Muss ich religiös sein oder eine bestimmte Weltanschauung haben?

Nein. Wir arbeiten mit Ihren eigenen Überzeugungen, ob religiös oder nicht. Ich prüfe mit Ihnen, ob sie Ihnen nützen. Ersetzen will ich sie nicht.

Kann ich nach einem Verlust zu Ihnen kommen?

Ja. Trauer ist keine Störung und braucht Zeit. Wenn sie aber festhängt oder Sie seit dem Verlust kaum noch Zugang zum eigenen Leben finden, kann es sinnvoll sein, die Gedanken dahinter gemeinsam anzusehen.

Ist eine Sitzung per Video genauso möglich?

Ja, für viele Anliegen funktioniert das gut. Ob es in Ihrem Fall passt, besprechen wir am besten im Erstgespräch.

Praxis in Salzkotten

Der erste Schritt ist ein Gespräch

Im Erstgespräch klären wir Ihr Anliegen und ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt. Danach entscheiden Sie in Ruhe.

Termin vereinbaren Praxis und Anfahrt

Weitere Schwerpunkte