Kurz erklärt
Begleitende Ansätze ergänzen die kognitive Verhaltenstherapie, wenn ein Muster eine lange Vorgeschichte hat. Die Schematherapie fragt nach früh gelernten Schemata, Bedürfnissen und Modi. NARM nach Laurence Heller richtet den Blick auf Selbstregulation, Nähe und Abgrenzung im gegenwärtigen Erleben.
Warum die kognitive Verhaltenstherapie die Grundlage bleibt
Die kognitive Verhaltenstherapie, kurz KVT, geht davon aus, dass eine Situation allein selten bestimmt, wie es uns geht. Mindestens ebenso viel hängt davon ab, wie wir sie bewerten und was wir daraufhin tun oder lassen. Bewertungen lassen sich ansehen und prüfen. Und sie lassen sich ändern.
Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie. Wie genau man mit ihr arbeiten kann, zeigt sich für mich vor allem im Sokratischen Dialog. Ich gebe darin nicht vor, was richtig ist. Ich frage so lange nach, bis Sie selbst auf die Lücke in einem alten Gedanken stoßen. Als medizinischer Hypnotiseur, ausgebildet am Thermedius Institut, nutze ich gelegentlich auch Vorstellungsarbeit in Trance, aber das bleibt ein Werkzeug unter mehreren.
Ich halte an der KVT als Grundlage fest, weil sie klar ist. Wir wissen, woran wir arbeiten, und Sie nehmen aus jeder Sitzung etwas mit, das sich im Alltag ausprobieren lässt. Das bewahrt vor Gesprächen, die angenehm sind und trotzdem ins Ungefähre laufen.
Ich kenne aber auch ihre Grenze. Mancher hat einen Gedanken zehnmal widerlegt und fühlt sich beim elften Mal genauso wie beim ersten. Das spricht nicht gegen die Methode. Es zeigt, dass das Muster älter ist als der Gedanke.
Wann schematherapeutische Ansätze hinzukommen
Die Schematherapie, die ich in einer Fortbildung vertieft habe, ziehe ich heran, wenn ein Anliegen eine lange Geschichte hat. Dasselbe Muster taucht dann in der Partnerschaft auf und im Beruf, jedes Mal in etwas anderem Gewand, und die Erklärung „Das war eben eine schwierige Situation“ reicht längst nicht mehr.
Sie stellt Fragen, die die KVT so nicht stellt. Welches Schema steht hinter dem Gedanken, also welche früh gelernte Überzeugung über sich selbst und über andere? Welches Grundbedürfnis kam damals zu kurz? Und welcher Modus spricht gerade, der innere Kritiker etwa oder ein Anteil, der sich vorsorglich anpasst?
Für die Arbeit heißt das: Ein Satz wie „Ich darf niemandem zur Last fallen“ wird nicht mehr nur auf seine Stimmigkeit geprüft. Wir verstehen auch, wofür er einmal gut war. Ausführlich beschrieben habe ich die Schematherapie in einem eigenen Beitrag. Hier geht es mir um ihren Platz neben der KVT.
Was NARM ergänzt und wo ich in meiner Ausbildung stehe
NARM steht für NeuroAffective Relational Model und geht auf den amerikanischen Psychologen Laurence Heller zurück. Der Ansatz befasst sich mit den Folgen früher Beziehungserfahrungen, die sich über Jahre wiederholt haben. Er verbindet zwei Richtungen. Die eine führt von oben nach unten: wie jemand über sich denkt und welche Identität er aus frühen Erfahrungen gebildet hat. Die andere führt von unten nach oben, vom Nervensystem aus. Wie reagiert der Körper auf Nähe oder auf ein Nein, und wie gut findet er danach zur Ruhe? NARM bleibt dabei in der Gegenwart. Die Vergangenheit wird nicht noch einmal durchlebt.
Hilfreich wird das, wenn frühe Beziehung bis heute bestimmt, wie jemand sich selbst reguliert, wie viel Nähe er zulässt und wo er sich abgrenzt. Mit der Schematherapie teilt NARM den Blick auf früh offen gebliebene Bedürfnisse. Neu ist für mich die Aufmerksamkeit für das, was im Moment des Gesprächs geschieht, auch zwischen Ihnen und mir.
Seit 2025 absolviere ich am UTA Institut in Köln eine zweijährige Ausbildung in NARM, der Abschluss ist für Ende 2027 vorgesehen. Ich bin also kein NARM-Therapeut. Was ich bisher gelernt habe, fließt als Haltung und in einzelnen Elementen in meine verhaltenstherapeutische Arbeit in Salzkotten ein. Den Anstoß gab die Betreuung von Pflegekindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen, die ich seit Jahren begleite. Bei ihnen sieht man sehr unmittelbar, wie frühe Beziehung das Nervensystem einstellt.
Wie die drei Ebenen in einer Sitzung ineinandergreifen
Angenommen, Sie erzählen mir von einer Kollegin, die Ihnen Hilfe bei einem Projekt angeboten hat. Sie haben abgelehnt und dann bis spät abends allein gesessen.
Auf der Ebene der KVT schauen wir auf den Gedanken in diesem Moment. Vielleicht lautete er: „Wenn ich Hilfe annehme, merkt sie, dass ich es nicht kann.“ Wir prüfen, was dafür spricht, was dagegen und was Sie das Ablehnen gekostet hat.
Dann frage ich weiter. Kennen Sie das von früher? Oft zeigt sich hier ein Schema, etwa die Erfahrung, dass man sich als Kind auf niemanden verlassen konnte oder dass Brauchen als Schwäche galt. Der Teil in Ihnen, der so schnell abgelehnt hat, bekommt einen Namen. Er hat Sie lange geschützt.
Während Sie davon erzählen, achte ich auf etwas Drittes. Vielleicht halten Sie kurz den Atem an, genau in dem Moment, in dem es ums Annehmen geht, und der Blick wandert zur Seite. Hier setzt NARM an. Wir halten inne und bemerken das, ohne es gleich zu deuten. Manchmal spürt jemand in diesem Augenblick zum ersten Mal, dass sein Nein gar keine Entscheidung war. Es kam schneller als jeder Gedanke.
Das ist der eigentliche Aha-Moment. Gedanke, altes Muster und Reaktion im Körper sind drei Seiten derselben Sache. Wer nur eine davon bearbeitet, wundert sich, dass die anderen weiterlaufen. Am Ende der Sitzung kehren wir zur KVT zurück und vereinbaren einen kleinen Versuch: einmal Hilfe annehmen und genau beobachten, was dabei passiert, im Kopf und im Körper.
Was der Kopf längst verstanden hat, müssen Geschichte und Körper oft erst noch erfahren.
So arbeite ich
Erstgespräch
In etwa 45 Minuten schildern Sie Ihr Anliegen, und wir klären, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt. Das Erstgespräch kostet 50 €.
Ein klares Ziel
Wir halten fest, was sich verändern soll, und kommen darauf immer wieder zurück.
Verhaltenstherapeutische Grundlage
Gedanken, Bewertungen und Verhalten werden sichtbar und prüfbar. Damit beginnen wir fast immer.
Schematherapeutische Vertiefung
Ist ein Muster älter als der Anlass, suchen wir nach Schema, Bedürfnis und Modus.
Elemente aus NARM
Wo es passt, achten wir auf Ihr Erleben im Moment, auf Selbstregulation, Nähe und Abgrenzung. Das Tempo bestimmen Sie.
Erproben und Zwischenbilanz
Zwischen den Sitzungen probieren Sie Neues aus, und in regelmäßigen Abständen schauen wir gemeinsam, was sich bewegt hat. Eine Sitzung dauert 60 Minuten und kostet 120 €.
Häufige Fragen
Brauche ich alle drei Ansätze?
Nein. Viele Anliegen lassen sich gut mit der Verhaltenstherapie allein bearbeiten. Schematherapie und NARM kommen dazu, wenn ein Muster es verlangt, und das entscheiden wir gemeinsam.
Sind Sie NARM-Therapeut?
Nein. Ich bin seit 2025 in der zweijährigen NARM-Ausbildung am UTA Institut in Köln, der Abschluss ist für Ende 2027 vorgesehen. Bis dahin fließen einzelne Elemente aus NARM in meine verhaltenstherapeutische Arbeit ein.
Was tue ich, wenn es mir gerade akut schlecht geht?
Dann braucht es zuerst ärztliche Hilfe. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall an die 112. Eine Begleitung in meiner Praxis kann danach sinnvoll sein, ersetzt diese Hilfe aber nicht.
Wie bekomme ich einen Termin in Salzkotten?
Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung. Die Praxis liegt an der Lindentrift 36 in Salzkotten und ist auch aus Geseke, Delbrück, Büren und dem übrigen Kreis Paderborn gut zu erreichen. Sitzungen per Video sind möglich. Die Gebühren sind von Ihnen selbst zu tragen. Eine Abrechnung mit der privaten Krankenversicherung ist je nach Tarif möglich.