Für helfende Berufe

Supervision und Selbsterfahrung für Menschen in helfenden Berufen

Wer mit Menschen arbeitet, bringt sich selbst in jedes Gespräch mit. In Supervision und Selbsterfahrung schauen wir auf Ihre Fälle und auf die Annahmen, mit denen Sie ihnen begegnen.

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Zwei Fachleute besprechen einen Fall in der Supervision
Foto: @linkedinsalesnavigator / Unsplash

Kurz erklärt

Supervision ist die fachliche Reflexion der eigenen Arbeit mit Klienten, meist anhand konkreter Fälle. Selbsterfahrung ist die strukturierte Auseinandersetzung mit eigenen Mustern, Grundannahmen und blinden Flecken, damit diese die Arbeit mit Klienten nicht unbemerkt steuern.

Was ist Supervision und was bringt sie?

Supervision ist die geregelte Reflexion beruflichen Handelns mit einem Kollegen, der nicht zum eigenen Team gehört. In der Einzel- oder Fallsupervision bringen Sie eine Situation aus Ihrer Arbeit mit, anonymisiert, und wir sehen sie uns gemeinsam an. Was ist passiert? Was haben Sie gedacht und getan, und wie hat Ihr Gegenüber darauf reagiert?

Das klingt schlicht. Der Nutzen liegt im Abstand. Wer mitten in einer Beratung oder Behandlung steckt, sieht die eigene Rolle darin schlecht, und das hat mit Kompetenz wenig zu tun, viel dagegen mit der Position. Ein Klient, der jede Woche mit einer neuen Krise kommt, kann einen erfahrenen Berater genauso in den Feuerwehrmodus treiben wie einen Anfänger. Erst von außen fällt dann auf, dass seit Wochen niemand mehr am eigentlichen Anliegen arbeitet.

In der Supervision geht es um Fallverständnis, um Ihre Interventionen und um die Frage, was Sie im nächsten Kontakt anders machen können. Und es geht um Sie. Ärger, Ungeduld oder der Drang, jemanden zu retten, sind Information über den Fall, sofern man sie ernst nimmt. Übergeht man sie, steuern sie mit.

Ich biete Supervision in meiner Praxis in Salzkotten an der Lindentrift 36 an und per Video.

Was ist Selbsterfahrung und warum brauchen Therapeuten sie?

Selbsterfahrung heißt, die eigenen Muster dort kennenzulernen, wo sie in der Arbeit mit Klienten wirksam werden. Wer therapeutisch oder beratend tätig ist, bringt Grundannahmen mit, die er irgendwann gelernt hat. „Wenn jemand leidet, bin ich zuständig.“ Oder: „Konflikte muss man entschärfen, bevor sie eskalieren.“ Im Privatleben fallen solche Sätze kaum auf. In einer Sitzung entscheiden sie mit, welche Fragen man stellt und welche man lieber auslässt.

Blinde Flecken heißen so, weil man sie selbst nicht sieht. Ein Therapeut, der Wut schlecht aushält, wird bei einem wütenden Klienten auffallend schnell beschwichtigen. Er hält das für Empathie. Dass dem Klienten damit ein wichtiges Gefühl aus der Hand genommen wird, merkt er erst, wenn jemand nachfragt.

In der Selbsterfahrung arbeite ich nach den Prinzipien der Kognitiven Verhaltenstherapie. Wir nehmen eine konkrete Situation aus Ihrer Arbeit, in der Sie anders reagiert haben, als Sie es fachlich wollten, und gehen ihr nach. Welcher Gedanke war in dem Moment da? Welche Annahme steckt dahinter, und woher kennen Sie sie? Mit Sokratischer Gesprächsführung prüfen wir solche Annahmen, statt sie bloß zu benennen. Wo es weiterhilft, ziehe ich schematherapeutische Ansätze hinzu und Ansätze aus NARM, dem NeuroAffective Relational Model, die den Blick auf frühe Beziehungserfahrungen lenken.

Für Heilpraktiker für Psychotherapie gehört Selbsterfahrung aus meiner Sicht zur fachlichen Sorgfalt, auch wenn sie für die Erlaubnis nicht verlangt wird.

Wer seine eigenen Grundannahmen nicht kennt, nimmt sie ungeprüft mit in jede Sitzung.

Wo endet Selbsterfahrung und wo beginnt Therapie?

Die Grenze ist nicht immer scharf. Ziehen lässt sie sich trotzdem. Selbsterfahrung bezieht sich auf Ihre berufliche Rolle, wir arbeiten also mit Mustern, soweit sie in Ihre Arbeit mit Klienten hineinwirken. Persönliches kommt dabei zwangsläufig vor, denn die Annahmen, die eine Therapiestunde färben, stammen selten aus dem Beruf.

Therapie hat einen anderen Auftrag, nämlich die Behandlung einer seelischen Belastung mit Krankheitswert. Zeigt sich in der Selbsterfahrung, dass etwas Behandlung braucht, spreche ich das offen an. Dann trennen wir beides und überlegen, wo Sie dafür gut aufgehoben sind. Das ist kein Scheitern der Selbsterfahrung. Es ist eines ihrer möglichen Ergebnisse. Umgekehrt gilt auch: Wer bereits in Therapie ist, braucht für die berufliche Rolle trotzdem einen eigenen Ort, an dem die Arbeit mit Klienten im Mittelpunkt steht.

Für wen passen Supervision und Selbsterfahrung?

Das Angebot richtet sich an Menschen, die beruflich beraten, begleiten oder behandeln: angehende und praktizierende Heilpraktiker für Psychotherapie, Berater, Coaches, pädagogische Fachkräfte und Mitarbeiter aus der Jugendhilfe. Manche kommen mit einem einzigen Fall, der seit Monaten festhängt. Andere merken eher diffus, dass ihnen die Arbeit schwerer fällt als früher. Wer noch in der Ausbildung steckt, kann in der Selbsterfahrung früh herausfinden, mit welchen Klienten er sich schwertun wird, bevor sie in der eigenen Praxis vor ihm sitzen.

Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie. Weitergebildet habe ich mich unter anderem in Supervision und Selbsterfahrung sowie in Sokratischer Gesprächsführung. Seit 2025 lerne ich NARM am UTA Institut in Köln; diese Ausbildung ist noch nicht abgeschlossen.

Die Praxis, über die wir sprechen, kenne ich aus eigener Arbeit. Seit Jahren betreue ich Pflegekinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen und bin beratend in der Alkohol- und Drogenberatung tätig. Von 2021 bis 2023 war ich Supervisor für die Mitarbeiter einer Palliativstation der Kreisklinik Roth. Eine Zertifizierung durch einen Supervisionsverband habe ich nicht.

So arbeite ich

  1. Vorgespräch

    Wir klären, ob Sie Fallsupervision, Selbsterfahrung oder eine Mischung suchen, und ob ich der Richtige dafür bin.

  2. Anliegen festlegen

    Sie formulieren, was Sie aus der Sitzung mitnehmen wollen. Ein Satz genügt.

  3. Situation konkret machen

    Sie schildern einen Ablauf, anonymisiert. Ich frage nach, bis ich ihn vor mir sehe: wer was gesagt hat, was Sie gedacht haben, was Sie danach getan haben.

  4. Annahmen prüfen

    Hier entsteht oft der Aha-Effekt. Wenn der Gedanke hinter Ihrer Reaktion auf dem Tisch liegt, sieht man manchmal schlagartig, warum ein Fall seit Wochen dieselbe Schleife dreht. Wir prüfen, ob die Annahme trägt.

  5. Zurück in die Praxis

    Wir überlegen, was Sie im nächsten Kontakt anders machen. Oft ist das klein, ein Satz oder eine Pause, die Sie aushalten.

  6. Nachbesprechen

    In einer späteren Sitzung schauen wir, was daraus geworden ist.

Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung. Die Praxis in Salzkotten ist aus dem Kreis Paderborn gut zu erreichen, etwa aus Geseke, Delbrück oder Büren. Wer weiter weg in Ostwestfalen oder anderswo arbeitet, kann per Video teilnehmen.

Häufige Fragen

Erkennt mein Träger oder Ausbildungsinstitut die Supervision an?

Das entscheidet jede Stelle selbst. Da ich keine Zertifizierung eines Supervisionsverbands habe, klären Sie bitte vorher mit Ihrem Träger oder Institut, ob meine Qualifikation dort ausreicht.

Muss ich einen konkreten Fall mitbringen?

Für die Fallsupervision ja. In der Selbsterfahrung reicht oft eine Situation, die Sie beschäftigt, auch wenn Sie noch nicht sagen können, warum.

Funktioniert Supervision auch per Video?

Ja. Für viele Kollegen ist das praktischer, und an der Arbeitsweise ändert es wenig.

Wie gehe ich mit der Schweigepflicht um?

Sie schildern Ihre Fälle anonymisiert, ohne Namen und erkennbare Details. Was Sie selbst in der Sitzung erzählen, bleibt bei mir.

Praxis in Salzkotten

Der erste Schritt ist ein Gespräch

Im Erstgespräch klären wir Ihr Anliegen und ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt. Danach entscheiden Sie in Ruhe.

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