Kurz erklärt
Coaching zur Persönlichkeitsentwicklung ist eine Beratung zu Werten, Lebenszielen, Selbstbild und Entscheidungen an Lebensübergängen. Es ist keine Heilbehandlung und richtet sich an Menschen, die an einer bestimmten Lebensfrage weiterkommen wollen.
Wenn außen alles stimmt und innen etwas hakt
In meiner Praxis in Salzkotten sitzen mir oft Menschen gegenüber, deren Leben von außen betrachtet in Ordnung ist. Der Beruf läuft, die Wochen sind voll. Und trotzdem steht eine Frage im Raum, die sich nicht mehr wegschieben lässt. Ob die Stelle, die man seit Jahren hat, noch die richtige ist. Warum jedes gelungene Projekt nur für ein paar Tage Erleichterung bringt. Oder weshalb man sich bei wichtigen Entscheidungen so lange im Kreis dreht, bis andere sie getroffen haben.
Solche Fragen gehören nicht in eine Behandlung. Sie gehören ins Coaching. Damit meine ich keine Motivationsarbeit und kein Leistungstraining. Ich meine eine geordnete Auseinandersetzung mit dem, was Ihnen wichtig ist, und mit den Gewohnheiten, nach denen Sie über sich selbst urteilen.
Woher innere Ansprüche kommen
Aus verhaltenstherapeutischer Sicht reagieren wir selten auf eine Situation selbst. Wir reagieren auf das, was wir über sie denken. Ein Kollege äußert Kritik an einem Bericht. Der eine hört darin eine sachliche Anmerkung, der andere den Beweis, dass er wieder einmal nicht genügt hat, und liegt abends noch wach. Zwischen dem Ereignis und dem Gefühl liegt eine Bewertung. Diese Bewertung folgt meist älteren Regeln.
In der Kognitiven Verhaltenstherapie nennt man diese Regeln Grundannahmen. Sie klingen etwa so: „Ich bin nur etwas wert, wenn ich etwas leiste.“ Oder: „Wenn ich Nein sage, wenden sich die anderen ab.“ Kaum jemand hat sie bewusst beschlossen. Sie sind gelernt, oft früh und in einem Umfeld, in dem sie damals einen Zweck erfüllten. Wer als Kind erlebt hat, dass Zuwendung an gute Noten geknüpft war, nimmt diese Verknüpfung mit ins Erwachsenenleben. Dort arbeitet sie weiter, obwohl längst niemand mehr Noten verteilt.
Ein großer Teil dessen, was wir Selbstwert nennen, hängt an solchen Grundannahmen. Ich halte wenig von der verbreiteten Idee, man müsse den Selbstwert einfach durch Erfolgserlebnisse oder freundliche Sätze vor dem Spiegel aufbauen. Wer seinen Wert an Bedingungen knüpft, braucht nach jedem Erfolg den nächsten. Mit dysfunktionalen Selbstwertkonzepten habe ich mich in Fortbildungen beschäftigt und zuletzt in meinem Buch „Selbstwert neu denken“. Im Coaching interessiert mich deshalb weniger, wie Sie sich besser fühlen könnten. Mich interessiert, unter welchen Bedingungen Sie sich überhaupt erlauben, mit sich zufrieden zu sein.
Solange ein innerer Anspruch selbstverständlich wirkt, prüft ihn niemand.
Meine Arbeitsweise ist deshalb ursachenorientiert. Bessere Zeitpläne oder Techniken gegen das Grübeln haben ihren Platz, aber sie ändern an der Regel dahinter wenig. Ich frage, welche Annahme ein Verhalten steuert und woher sie stammt. Das dauert manchmal länger. Es führt aber an die Stelle, an der sich etwas verändern lässt. Als Therapeut ist meine Grundlage die kognitive Verhaltenstherapie, und aus ihr stammt auch das Handwerkszeug für diese Arbeit.
Werte, Lebensziele und Entscheidungen an Übergängen
Lebensübergänge machen solche Muster sichtbar. Jemand übernimmt eine Führungsrolle, eine Beziehung endet, die Kinder ziehen aus, der Ruhestand rückt näher. In diesen Phasen fallen alte Routinen weg, und plötzlich ist offen, was vorher geregelt schien.
Viele versuchen dann, die richtige Entscheidung über eine Liste mit Vor- und Nachteilen zu finden. Das hilft wenig, solange unklar ist, woran man die Liste eigentlich misst. Hier liegt der Unterschied zwischen Zielen und Werten. Ein Ziel kann man erreichen und abhaken. Ein Wert ist eine Richtung, etwa Verlässlichkeit, Freiheit oder die Nähe zu bestimmten Menschen, und er ist nie erledigt. Wer seine Werte kennt, kann Ziele daran prüfen. Wer sie nicht kennt, verfolgt nicht selten Ziele, die bei genauerem Hinsehen die Erwartungen anderer sind.
Ich habe mich in Fortbildungen zu Lebenszielen in Therapie und Beratung und zu existenziellen Problemen damit beschäftigt, wie man solche Fragen ordnet, ohne sie kleinzureden. Eine Methode, die ich dabei oft nutze, ist der Sokratische Dialog. Ich gebe Ihnen keine Antworten vor. Ich stelle Fragen, mit denen Sie Ihre eigenen Annahmen prüfen können. Woher weiß ich das? Was spricht dagegen? Würde ich einem guten Freund in derselben Lage dasselbe raten?
Unbequem ist das manchmal. Eine Annahme, die man jahrelang für eine Tatsache gehalten hat, gibt man nicht in einer Sitzung auf.
Coaching oder Psychotherapie?
Coaching ist keine Heilbehandlung. Es richtet sich an Menschen, die ihren Alltag im Großen und Ganzen bewältigen und an einer bestimmten Frage weiterkommen wollen. Weil ich beides anbiete, Coaching und psychotherapeutische Behandlung, achte ich besonders darauf, die Grenze klar zu ziehen.
Eher in eine Psychotherapie gehört Ihr Anliegen, wenn das Leiden über Wochen anhält und Ihren Alltag spürbar einschränkt, wenn also Arbeit, Schlaf oder Beziehungen nicht mehr tragen. Wenn Gedanken auftauchen, nicht mehr leben zu wollen, wenden Sie sich bitte sofort an einen Arzt, eine Notaufnahme oder den Notruf 112.
Oft zeigt sich die Grenze erst im Gespräch. Merke ich im Coaching, dass hinter Ihrer Frage eine Belastung steht, die eine Behandlung braucht, sage ich Ihnen das offen. Dann besprechen wir, ob eine Psychotherapie bei mir oder an anderer Stelle der passendere Rahmen ist. Kommen körperliche Ursachen in Betracht, steht eine ärztliche Abklärung an erster Stelle.
So arbeite ich
Erstes Gespräch
Sie schildern, was Sie beschäftigt. Ich höre zu, ohne zu bewerten. Am Ende klären wir, ob Coaching für Ihr Anliegen der richtige Rahmen ist.
Die Frage schärfen
„Ich will zufriedener sein“ ist ein verständlicher Wunsch, aber noch keine Arbeitsgrundlage. Gemeinsam formulieren wir ein Anliegen, an dem sich konkret arbeiten lässt.
Muster und Bewertungen untersuchen
Anhand von Situationen aus Ihrem Alltag sehen wir uns an, welche Gedanken und Grundannahmen Ihr Erleben steuern und woher sie stammen.
Werte klären
Wir arbeiten heraus, was Ihnen wichtig ist, und prüfen Ihre Ziele und anstehenden Entscheidungen daran.
Im Alltag erproben
Zwischen den Terminen probieren Sie eine veränderte Sichtweise oder ein anderes Verhalten aus. Was dabei passiert, besprechen wir in der nächsten Sitzung, gerade dann, wenn es anders läuft als gedacht.
Häufige Fragen
Wie viele Termine braucht ein Coaching?
Das hängt von Ihrer Frage ab. Manche Anliegen lassen sich in wenigen Sitzungen ordnen, andere brauchen mehr Zeit. Wir sprechen im ersten Gespräch darüber und prüfen unterwegs immer wieder, ob der Aufwand noch zu Ihrem Anliegen passt.
Findet das Coaching in der Praxis oder per Video statt?
Beides ist möglich. Viele kommen persönlich in die Praxis in Salzkotten, auch aus dem übrigen Kreis Paderborn, etwa aus Geseke, Delbrück oder Büren. Wer lieber von zu Hause aus spricht oder weiter entfernt wohnt, kann die Termine per Video wahrnehmen.
Wie vereinbare ich einen Termin?
Termine erhalten Sie über die Online-Terminreservierung von Doctena, indem Sie unter „Besuchsgrund“ einen Termin zum Erstgespräch reservieren. Für mögliche Fragen stehe ich Ihnen gerne auch per E-Mail zur Verfügung.