Frustration

Ärger

Frustrationsintoleranz-Problem

„Ich bin genervt, verärgert und richtig sauer, muss mich erstmal aufs Ohr legen, weil ich heute Nacht wieder nicht richtig geschlafen habe“

So, oder so ähnlich wird es Ihnen gehen, wenn Sie unter einem Frustrationsintoleranz-Problem leiden, oder an deren Konzepten, die für ihr „Denken“ verantwortlich sind.

Das äußert sich in der Regel in Ärgerstörungen und in Prokastination.(aufschieberitis)

Forderer wollen, dass die Welt, die Menschen, die Situationen und das Schicksal gefälligst so sind, wie sie es sich wünschen und sie finden es falsch, ungerecht und eine riesige Sauerei, wenn das einmal nicht so ist. Bei Forderern lassen sich drei unterschiedliche Konzepte finden: »Alles soll genau so sein, wie ich es möchte!«, d. h. im weitesten Sinne »Mein Wille geschehe!«. Diese Anspruchshaltung verdeutlicht die egozentrische Weltsicht der betreffenden Person. »Es muss richtig sein!«, d. h. jemand geht davon aus, dass es eine für Menschen erkennbare objektive Wahrheit und Richtigkeit gibt. »Es muss gerecht zugehen!« Hierbei wird unterstellt, dass es Gerechtigkeit gibt und dass sie umzusetzen ist.

Vermeider gehen möglichst allem Unangenehmen und Lästigen gekonnt aus dem Weg. Das geht so weit, dass sie auch die Dinge immer weiter vor sich herschieben, die für die eigenen Ziele wichtig

sind und zu erheblichen negativen Konsequenzen führen, wenn sie nicht erledigt werden. Dabei verfolgen sie typischerweise Anspruchshaltungen wie: »Das Leben muss einfach und leicht sein, sonst bin ich mal weg.« Dies ist wohl mit Abstand häufigste GFT-Konzept bei Vermeidern. »Eine gute Lösung muss Spaß machen. Sie muss die Vorteile aller Alternativen enthalten und darf keine Nachteile mit sich bringen.« und »Ich will keinen Verlust erleiden oder auf etwas verzichten müssen!« Für die Anhänger dieser Konzepte heißt das i. d. R.: Bevor so eine Lösung nicht gefunden ist, sollte man besser gar nichts tun und weiter abwarten, bis so eine Möglichkeit im Angebot ist. »Erst einmal ausruhen, dann geht alles von allein.« Diese Version von »Morgen ist auch noch ein Tag!« ist eine klassische Version von Wunschdenken, die geübte Vermeider auch dann noch anwenden, wenn sie selbst das Ergebnis für unwahrscheinlich halten. Alle Vermeiderkonzepte eint der Anspruch, dass die Betroffenen sich stets wohlfühlen möchten, ohne dass dieses Ziel etwas kosten darf: Keine Kompromisse, keinen lästigen Aufwand, keinen Verzicht auf irgendetwas.

eine geringe Frustrationsintoleranz als Ursache für psychische Erkrankungen Psychische, sind z. B. Angst- und Zwangserkrankungen, Depressionen, Ärgerstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und vor allem Störungen und psychosomatische Reaktionen. Die Ursachen dafür lassen sich recht gut auf lediglich drei Problembereiche zurückführen:

Wann wird Frustrationsintoleranz zum Problem?

Wie für alle anderen psychischen Probleme gibt es auch hierfür kein allgemein gültiges, objektives Kriterium, ab wann es zu einem veränderungsbedürftigen Problem wird. Dies muss letztendlich immer die betroffene Person selbst entscheiden: Ab wann sind mir die dadurch ausgelösten Konsequenzen so unangenehm oder schädlich, dass ich etwas dagegen unternehmen möchte? Wir stellten fest, dass diese Konsequenzen aus psychischen Beschwerden bestehen können, wie z. B. Angst- und ZwangserkrankungenZwänge, Depressionen oder Ärgerstörungen, psychosomatische Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeit, Tics und Suchtverhalten, oder in Form sozialer und beruflicher Konsequenzen auftreten, wie z. B. soziale Ausgrenzung oder Vereinsamung, Mobbing, Arbeitsplatz- und Beziehungsverlust.

Wie wird man GFT (geringe Frustrationstoleranz) los?

Die meisten, die unter GFT leiden, kennen bereits die für sie zutreffende Lösung:

Forderer müssten toleranter werden, Vermeider müssen lernen, dass der Weg zu langfristiger Lebenszufriedenheit kurzfristig durchaus lästig sein kann, und sie müssten bereit sein, die nötige Einsatzbereitschaft für ihre eigenen Ziele aufzubringen. Aber wir alle wissen, dass ein einfach zu beschreibender Weg nicht unbedingt auch einfach zu gehen ist. Das gilt insbesondere für GFT.

Manche Außenstehende fragen sich: »Wenn jemand solche Nachteile durch seine GFT hat, wieso verhält er oder sie sich nicht anders, um die negativen Konsequenzen, die daraus erwachsen, nicht mehr aushalten zu müssen?« Nun, das hat verschiedene Gründe. Aber die beiden wichtigsten für Menschen mit GFT sind wohl die Bequemlichkeit und der Krankheitsgewinn.

Die Bequemlichkeit Wir stellten fest, dass es eine angeborene Tendenz von Menschen ist, möglichst wenig Energie beim Ziele verfolgen aufzuwenden. Diese Art von Bequemlichkeit ist unschädlich. Problematisch wird es, wenn wir nach unbedingter Bequemlichkeit streben: Egal, ob ich dann meine Ziele erreiche; egal, was sie mich langfristig kostet, d. h. welche dauerhaften negativen Konsequenzen damit später verbunden sind. Und Menschen mit GFT finden es bekanntermaßen unendlich schwer, ihren inneren Schweinehund zu überwinden und das Nötige zu tun, um nicht langfristig zu leiden.

Der Krankheitsgewinn Jede Sache hat mindestens zwei Seiten. Die Frage ist nur, in welchem Verhältnis beide zueinanderstehen. Überwiegen die Vor- oder die Nachteile? Das gilt auch für erlernte psychische Probleme im Allgemeinen und für die GFT im Besonderen. Auch hier gibt es Vor- und Nachteile des Problems. Wegen der Nachteile kommen die Betroffenen zu mir in die Therapie, die sollen weg. Aber wegen der Vorteile eines Problems hat noch nie jemand gemeckert. Die sollen bitte auch nicht angerührt werden! Das funktioniert natürlich nicht. Das wäre ja so, als wenn jemand sagte: »Ich möchte gern Ihren schönen Kristallspiegel kaufen. Ich will aber nur die Vorderseite. Die Rückseite können Sie behalten.

Man kann nur versuchen, eine Sache als Ganzes zu bekommen oder loszuwerden. Wenn das gelingt, sind damit aber neben den Nachteilen aber auch die damit verbundenen Vorteile futsch. Wir werden daher zunächst genau abwägen und schauen, ob die Vor- oder die Nachteile überwiegen, bevor wir uns entscheiden. Überwiegen die Vorteile, verändern wir nichts und lernen, die lästigen Nachteile den überwiegenden Vorteilen zuliebe in Kauf zu nehmen. Solche Akzeptanz fällt gerade jemandem mit GFT außerordentlich schwer. Überwiegen die Nachteile, versuchen wir loszuwerden, was uns diese Nachteile einbrockt. Wir müssen dann allerdings auch auf die (geringeren) Vorteile verzichten, die wir davon hatten. Auch dies ist für eingefleischte GFT-Vertreter ein empörenswerter Vorschlag: auf etwas Positives zu verzichten. Häufig sind wir uns jedoch gar nicht der meist sehr kurzfristigen Vorteile unseres GFT-Problems bewusst und wir reagieren ärgerlich, wenn wir hören, dass es so etwas geben soll. Aber auch bei GFT gibt es sie immer. Sie sind nur nicht für jeden leicht zu erkennen, schon gar nicht, wenn wir selbst davon betroffen sind. Jedoch ohne solche kurzfristigen Vorteile gäbe es auch das Problem nicht.

Sie sind dafür verantwortlich, dass das Problem entstanden ist und dass wir es weiter am Laufen halten.

Fazit Als Krankheitsgewinn bezeichnet man die meist nur sehr kurzfristigen Vorteile eines Problems, ihnen zuliebe werden dann (oft unbewusst) die weitaus schwerwiegenderen, langfristigen Nachteile in Kauf genommen.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße

 

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