Somatisierungsstörung

Somatisierungsstörung

Es tut alles weh, mir ist schlecht, schwindelig und ich kann nicht richtig schlafen… Mein Arzt findet auch nichts, ich bin aber krank und es wird auch nicht besser…

Wenn ein Patient so, oder so ähnlich berichtet, liegt der Verdacht sehr nahe, dass es sich um eine sogenannte „Somatisierungsstörung“ handelt, multiple körperliche Beschwerden, die mehrere Organsysteme betreffen und nicht ausreichend auf eine körperliche Erkrankung zurückzuführen sind.

Bis Betroffene zu mir in Behandlung kommen, vergehen in aller Regel viele Jahre mit zahlreichen Behandlungsversuchen. Die Psyche kommt meistens zuletzt… In dieser Zeit hat sich in der Regel ein spezifisches Muster des chronischen Krankheitsverhaltens manifestiert, das zur Krankheitsaufrechterhaltung beiträgt. Typische Aspekte solchen Krankheitsverhaltens können sein:

  • ausgeprägte passive Veränderungserwartung, häufige Arztkontakte,
  • das Suchen nach Rückversicherung bzgl. der Unbedenklichkeit der Beschwerden, Schonverhalten , Vermeidung körperlicher Belastung,
  • Vermeidung von Belastungssymptomen (wie Schwitzen, Herzklopfen etc.), selbstständige, häufig auch risikoreiche Einnahme von z.   T. mehreren verschiedenen Medikamenten,
  • Drängen auf weitere organmedizinische Untersuchungen, um endlich die Lösung des Problems zu finden,
  • Stellen eines Antrags auf Frühberentung, häufiges Beklagen u.   v.   m.

Für die Psychotherapie ist es hilfreich, chronisches Krankheitsverhalten als ein gelerntes Verhalten zu erkennen, das meine Patienten sich durch die langjährige Erfahrung mit dem Gesundheitswesen sowie durch Modelllernen bei wichtigen anderen Personen angeeignet haben. Aus diesem Grund ist es oftmals das erste Ziel der Behandlung, eine Evaluation des bisherigen Krankheitsverhaltens vorzunehmen, die mit dem Erkennen der Ineffektivität abschließt und zur Suche nach neuen Verhaltensmöglichkeiten und Einstellungen motivieren soll.

Als Ziel kann vorab für die Symtombehandlung formuliert werden: Suche nach Möglichkeiten der aktiven Bewältigung und Abbau des chronischen Krankheitsverhaltens. Viele Patienten haben beim Auftreten der somatoformen Symptome auch mit dem Aufbau von Schonverhalten reagiert. Dadurch hat sich zum einen ihr Lebensradius eingeengt, was die Entwicklung depressiver Symptome fördern kann; zum anderen hat sich die körperliche Belastbarkeit reduziert, wodurch Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwitzen und körperliche Missempfindungen noch häufiger auftreten. Oftmals entstand daraus ein sich selbst verstärkender Regelkreis. Als Therapieziel lässt sich daraus ableiten:

Das übergeordnete Problem sind die „existenziellen Konzepte“, die für die entsprechenden Denkstile (ich will nicht krank sein, oder gar sterben) verantwortlich sind. Die existenziellen Konzepte halten das Krankheitsbild also aufrecht und genau da setze ich in der Behandlung an. Wir trainieren neuronale Strukturen im kognitiven Setting dahingehend, dass eine neutralisierung einsetzen kann, der Patient wieder in eine Lebenszufriedenheit kommt und somit Ziele wieder erreichbar sind.

  • Aufbau von körperlicher Belastbarkeit und Alternativen zum Schonverhalten als Reaktion auf somatoforme Symptome entwickeln. Mit somatoformen Störungen gehen auch spezifische Einstellungen und Bewertungsprozesse einher.

Die Betroffenen haben ein Selbstbild , das sie als „schwächlich, kränklich, wenig belastbar und benachteiligt“ zeigt. Dieses Selbstbild wird oftmals durch einen zu strengen Gesundheitsbegriff genährt. Die typische Vorstellung des Patienten ist, dass Gesundsein mit dem Fehlen jeglicher körperlicher Beschwerden oder Missempfindungen verbunden sei. Es wird nicht erkannt, dass viele körperliche Empfindungen Zeichen eines gesunden Funktionierens sind. Aus diesen Aspekten lässt sich als Ziel ableiten:

  • Realistische Einschätzung der Belastbarkeit, Entwicklung eines positiven Selbstbilds und eines realistischen Gesundheitsbegriffs. Personen mit somatoformen Symptomen haben häufig ein organmedizinisches Krankheitsmodell . Diesem Krankheitsverständnis entspringt oftmals die starke Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die Beschwerden, da der Patient annimmt, seinen Körper noch genauer beobachten zu müssen, um dem Arzt das nächste Mal vielleicht die entscheidenden Informationen zur Lösung des Problems geben zu können. Mit dieser Sensibilisierung für die Wahrnehmung von Körperprozessen geht oft eine Reduktion des Interesses für die Umgebung einher. Für viele Betroffene ist das komplexe Wechselspiel zwischen psychischen Faktoren und körperlichen Empfindungen nicht nachvollziehbar.

Deshalb sind wichtige Therapieziele:

  • Demonstration psychophysiologischer Zusammenhänge zur Entwicklung eines neuen Krankheitsverständnisses ,
  • Reduktion der Aufmerksamkeitsfokussierung auf körperliche Prozesse,
  • Förderung des Interesses an der Wahrnehmung der Umgebung und Aufbau der Genussfähigkeit

Bei vielen Patienten, sowie oftmals in ihren Ursprungsfamilien, herrscht die Einstellung vor, dass körperliche Symptome generell Zeichen einer Krankheit sind und deshalb zum sofortigen Arztbesuch führen müssen. Der Patient sollte deshalb in der Behandlung lernen, allgemeine körperliche Missempfindungen von potenziellen Krankheitssymptomen zu differenzieren sowie die erstgenannten auch selbstständig auszuhalten.

Schließlich findet sich auch bei vielen Patienten, dass die passiven Veränderungserwartungen sich nicht nur auf den speziellen Krankheitsverlauf beziehen, sondern auch auf die allgemeine Lebensführung. Auch ist die Kommunikation von seinem Selbstbild als kranker Mensch sowie von seinen Beschwerdeschilderungen geprägt. Unter Umständen können Bedürfnisse nicht mehr direkt geäußert werden, sondern werden über den Umweg des Ausdrucks von Symptomen erreicht. Wenn solche Aspekte eine erhöhte Rückfallgefährdung mit sich bringen.

Neben diesen allgemeinen Aspekten der Behandlung von somatoformen Störungen können, abhängig von der individuellen Symptomatik und Problemanalyse, weitere Therapieziele von Relevanz sein. So ist gerade bei hypochondrischen Patienten wichtig, dass sie nicht immer wieder bei Experten Rückversicherung über die Unbedenklichkeit der Beschwerden suchen, sondern eigene „Beruhigungsstrategien“ entwickeln. Bei vielen Personen basiert die somatoforme Störung auch auf einer allgemeinen Ablehnung des eigenen Körpers, die über eine Ablehnung der Symptome hinausgeht.Das ist aber immer individuell zu sehen und fällt je nach Therapieplan aus.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

 

Selbstwertkonzepte

Selbstwertkonzepte

Selbstwert, was ist ein wertvoller Mensch?

In der Therapie beschäftigen wir uns mit den Ursachen und Auswirkungen von ungünstigen Selbstwertkonzepten, den langfristig negativen Konsequenzen, die solche pauschalen Selbstbewertungen für die Betreffenden haben, wie z. B. erhebliche Selbstwertprobleme mit entsprechend intensivem emotionalen Leid.

Letzteres zeigt sich meist in Form von Ängsten bis hin zu Panikattacken, Niedergeschlagenheit bis zur ausgeprägten Depression, Scham oder Selbstabwertung. Andere Konsequenzen können auch körperlicher Natur sein, wie Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout oder in Form psychosomatischer Probleme. Das sind körperliche Erkrankungen, die durch psychische Faktoren ausgelöst oder verstärkt werden, wie z. B. Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder im Herz-Kreislauf-System, Hauterkrankungen, Migräne, Asthma, Verspannungen, Schlaf- oder Essstörungen. Anschließend betrachten wir, weshalb schädliche Selbstwertkonzepte die Ursache für Selbstwertprobleme sind.

Wann Selbstwertkonzepte schädlich sind und woran wir sie erkennen, wie sich schädliche Selbstwertkonzepte dauerhaft verändern lassen oder wie man die oben beschriebenen Auswirkungen von Selbstwertproblemen im privaten und beruflichen Bereich loswird und künftig erfolgreich vermeidet. Die Lösung, die wir dazu in der Therapie erarbeiten, werden Sie auch auf ein eigenes Selbstwertproblem übertragen können, denn sie wird zum Verstehen der eigenen Problematik beitragen und erste Schritte einleiten, um es zu bewältigen. Die Therapie dient dazu, einen Prozess des Umlernen zu unterstützen.

Mit meiner Hilfe werden wir Ihre Problembereiche im Alltag visualisieren, reflektieren und umstrukturieren, auf die eigene Person umsetzen und dieses Ergebnis dann im Alltag trainieren, so das Ihr Gehirn die neuen funktionalen Denkmuster in Form des emotionalen Erlebens glauben lernt, in der Psychotherapie heißt der Fachbegriff dazu: „Bahnen“ .

Die Therapieform hierzu, ist die Kognitive Verhaltenstherapie, die am besten erforschte Form der Psychotherapie, mit einer nachweislich sehr hohen Wirksamkeit.

 

Hierzu berate ich Sie gerne in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Praxis für Psychotherapie, nach dem Heilpraktikergesetz.

 

 

Das erwartet Sie im Erstgespräch bei uns in der Praxis

Das erwartet Sie im Erstgespräch bei uns in der Praxis

Erstgespräch Pychotherapie in Salzkotten

(1) Ich begrüße Sie und begleite Sie zu Ihrem Platz, nach einer kurzen Einleitung erläutere Ich Ihnen Inhalt und Ziel des Erstgesprächs: Was haben Sie zu erwarten, was wird heute besprochen, was später?

(2) Warum kommen Sie in die Behandlung, was führt Sie zu mir und warum gerade jetzt?

(3) Dann werden wir die Problematiken schon im Erstgespräch herausarbeiten und resultierende Symptome erheben:

  • Unter welchen Emotionen,Verhaltensweisen und Konsequenzen leiden Sie überwiegend?
  • Wie häufig?
  • Wie lange schon? Wie stark?
  • Welche Beeinträchtigungen gibt es im Alltag?
  • Erstmalig? Falls nein: zeitliche Entwicklung.

(4) Vorläufige diagnostische Einordnung die wir gemeinsam besprechen. Symptomatiken, Ursachen, Verdachtsdiagnose(n)

(5) Könnte es somatische Ursachen für die Beschwerden geben? Gibt es körperliche Beschwerden oder Erkrankungen,
die die Problematik verursachen (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Hormonstörung) oder die dadurch bedingt sein könnten (z. B. psychosomatische Erkrankungen)?

(6) Über welche Bewältigungsstrategien und Therapieerfahrungen verfügen Sie (bereits)?

(8) Welche konkreten Erwartungen und Therapieziele haben Sie?

(9) Dann erläutere ich Ihnen das therapeutisches Vorgehen: Was erwartet Sie in Ihrer Behandlung ? Ich beschreibe Ihnen ausführlich wie wir gemeinsam an der Problematik arbeiten, mit welchen Verfahren und stelle diese Ihnen vor.

(10) In Schritt 10 besprechen wir Ihre Therapieziele.

(11) Dann nehmen wir uns die nötige Zeit und besprechen Ihre Fragen, z.B organisatorisches: Kostenträger (z.B. private Krankenversicherung, BG) Termine, ggf. somatische Abklärung durch einen Hausarztbesuch, u .a

 

Da es uns aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich ist Ihre Terminwünsche persönlich entgegen zu nehemen und zu bearbeiten, haben wir die Möglichkeit der Onlineterminierung Doctena für Sie eingerichtet, Sie können sich Ihren Termin ganz bequem selbst reservieren.

 

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Anstrengung im Alltag

Anstrengung im Alltag

Spannungen:

Der Weg zu einem möglicherweise anstrengenden Alltag

Mittlerweile ist durch die Neurobiologie recht gut erforscht, dass unser Gehirn „formbar“ ist, es passt sich an die Nutzungsbedingungen an, sodass es bei Aktivitäten Netzwerke ausbildet. Diese „erfahrungsabhängige Neuroplastizität“ geschieht schon vorgeburtlich. Aus einem Bündel von Erfahrungen, gleich ob positiver oder negativer Art bilden sich (nicht nur beim Kind) feste Überzeugungen und Grundhaltungen heraus.

Unser Gehirn bildet feste Überzeugungen, diese Grundprägung geschieht primär durch Erfahrungen in unserer Ursprungsfamilie. Dabei passen wir uns den Denk-, Gefühls-, oder Empfindungsmustern unserer Familie an, weil diese dem menschlichen Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und Verbundenheit entsprechen. So ist es kein Zufall, dass sich „Familiengeschichten“ herausbilden, die über Generationen hinweg im gleichen Berufsfeld tätig waren.

In systemischer Perspektive können wir sagen, dass Muster im Familiensystem über Generationen hinweg weitertradiert werden. Weitertradierung von Mustern Genetik und Sozialisation spielen eine wichtige Rolle, gleichzeitig sind wir nicht auf unsere Gene und die familiäre Prägung festgelegt. Neben dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit kommt als wichtige zweite Komponente unser Bedürfnis nach autonomer Gestaltung zur Geltung. Durch den eigenen Lebenswillen geschieht eine Einordnung der (frühkindlichen) Erlebnisse in ein persönliches Koordinatensystem, durch das die Erlebnisse als positiv oder negativ bewertet werden. Dadurch lässt sich erklären, dass Kinder, die unter den gleichen familiären Bedingungen aufwachsen, sehr unterschiedlich diese Erfahrungen verarbeiten: Negative Erfahrungen hindern die einen nicht daran, Selbstvertrauen aufzubauen und starke Persönlichkeiten zu werden.

Andere dagegen werden durch das Negative stark beeinflusst und leiden schon früh unter Minderwertigkeitsgefühlen. Persönliches Koordinatensystem zur Bewertung Diese Grundprägungen oder Glaubenssätze bestimmen unseren Alltag und werden normalerweise nur dann überprüft, wenn sie mit schwerwiegenden Erlebnissen kollidieren, d. h. wenn Erlebnisse und Glaubenssätze nicht mehr zusammenpassen. Dies geschieht z. B. dann, wenn dynamische, offene, inspirierende Menschen in einer Organisation „landen“, die sehr starr und rigide ist. Die immer wieder neuen Versuche, die Organisation mit neuen Ideen zu inspirieren, werden abgeblockt. Die persönliche Analyse dieser Situation ergibt eine externale Schuldzuweisung, es wird beispielsweise den anderen Mitgliedern der Organisation Denkfaulheit oder Bequemlichkeit unterstellt. Dadurch wird die eigene innere Überzeugung nicht infrage gestellt. Der Betroffene kann nicht erkennen, dass seine Glaubenssätze nicht zu dieser Organisation passen und ihn dadurch behindern. Glaubenssätze bestimmen uns und können hinderlich sein. Glaubenssätze , die Menschen antreiben oder (im Gegenteil) stark einschränken, begünstigen das Auftreten von Disstressphänomenen , weil man so sehr in der eigenen Überzeugung gefangen ist und nicht mehr wahrnimmt, wo und wie diese Überzeugung hinderlich ist.

Glaubensüberzeugungen treffen auf die Realität und erzeugen Spannungen.

Sei perfekt! Menschen mit diesem Glaubenssatz laufen der Illusion hinterher, alles perfekt machen zu müssen. Das Gute genügt nicht; dabei übersehen sie, dass die größte Perfektion noch überboten werden kann und ein unendlicher Kreislauf von Perfektionsstreben und Nicht-gut-genug-Sein aufrechterhalten wird. Perfektion ​– ​ Beeile dich! „Müßiggang ist aller Laster Anfang!“ Solche Sätze wurden internalisiert und prägen das Verhalten.

Es versteht sich von selbst, dass unter Zeitdruck nicht unbedingt die besten Ergebnisse erzielt werden, im Gegenteil: Kreativität braucht Freiräume und genügend freie Zeit.

  • „Eile“ ​– ​
  • Sei stark! Früher impfte man Jungs ein:
  • „Jungen weinen nicht“. Teilweise ist diese alte Rollenverteilung auch heute noch verbreitet.

Diese kulturell bedingte Prägung verhindert es, sich Unterstützung zu holen oder andere zum Mittragen von Entscheidungen zu gewinnen; als Chef eines Unternehmens kann es dann eine große Last sein, einsame Entscheidungen zu treffen und dafür den Kopf hinzuhalten. Stärke ​– ​ Mach es immer allen recht! Dahinter verbirgt sich eine tiefe Scheu vor Konflikten und Konfrontation, weil beim Eingehen von Konflikten damit zu rechnen ist, anzuecken und nicht mehr von allen geliebt zu werden. Diese Angst vor Liebesentzug setzt alle Hebel in Bewegung, um möglichst viele mit ihren z. T. sehr unterschiedlichen Ansprüchen zu befriedigen, was mitunter nur unter Aufgabe der eigenen Ansprüche und Wünsche möglich ist. Streng dich an! Eine Arbeit ist nur dann befriedigend, wenn „viel Schweiß und Tränen“ vergossen wurden.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

 

 

Soziale Beziehungen

Soziale Beziehungen

Interpersonelle Ambivalenzen

Zwischenmenschliche Beziehungen werden als eine der wichtigsten Komponenten von psychischer Gesundheit und Zufriedenheit angesehen, und die Fähigkeit, diese aufrechtzuerhalten als eine zentrale Kompetenz im Rahmen psychischer Gesundheit.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für das allgemeine Wohlbefinden auf den verschiedensten interpersonellen Ebenen wie Familie, Beruf oder Schule von zentraler Bedeutung. Der Gegenspieler von zwischenmenschlichem Zugehörigkeitsgefühl, das subjektive Gefühl der Einsamkeit wirkt sich hingegen bei lang andauerndem, chronischem Auftreten negativ auf die psychische als auch physische Gesundheit aus. Definiert als die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen und den gewünschten sozialen Beziehungen einer Person kann akute Einsamkeit evolutionär betrachtet jedoch auch als ein überlebenswichtiges Gefühl bzw. biologisches Mangelsignal betrachtet werden, welches uns Menschen auffordert, uns mehr und aktiv um soziale Kontakte zu bemühen. Allerdings sollten wir dann über entsprechende interpersonelle (zwischenmenschliche) Fertigkeiten verfügen, um unser soziales Netz aktiv zu vergrößern bzw. intensivieren zu können. Soziale Beziehungen und  Verhaltensweisen spielen folgerichtig in der klinischen Psychologie eine große Rolle. Interpersonelle Probleme und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur chronischen Einsamkeit sind dabei ein zentrales Problem verschiedener psychischer Erkrankungen. Dieses betrifft nicht nur Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, denen per definitionem interpersonelle Probleme inhärent sind, sondern insbesondere auch Patienten, welche unter affektiven Störungen z.B. Depressionen, einer sozialen Phobie oder auch Abhängigkeitserkrankungen leiden. Genaugenommen können sich diese zwischenmenschlichen Probleme bei fast allen psychischen Störungen wiederfinden. Daher ist die Bearbeitung dieser Problematiken in der Einzel- als auch Gruppentherapie von zentraler Bedeutung.

Analyse und Bearbeitung interpersonellen Verhaltens in der Therapie

Bei der näheren Betrachtung zwischenmenschlicher Probleme und deren Aufrechterhaltung gilt ein Hauptaugenmerk spezifischen und konkreten  Situationen. Dabei bedarf es spezifischer Analysetechniken, um schwierige zwischenmenschliche Situationen einerseits besser zu verstehen und andererseits konkrete Fertigkeiten zu erwerben, um die auftretenden interpersonellen Probleme zu lösen. Das Training fokussiert dabei auf vier wesentliche Aspekte:

(1) Reflektion des eigenen Verhaltens . Durch die Reflektion des eigenen Verhaltens soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie Klienten selbst in sozialen Interaktionen wirken und welche Konsequenzen diese Verhaltensweisen auf ihre Interaktionspartner haben. Durch die komplementären Reaktionstendenzen des wird für die Klienten verständlich und erlebbar, wie sich (ungünstige) Interaktionsmuster stabilisieren und welche interpersonellen Konsequenzen die Folge sein können.

(2) Nonverbale und verbale Kommunikation. Die Methode und seine verschiedenen Positionen erlauben nicht nur eine Analyse des eigenen Verhaltens und der zugrundeliegenden Interaktionsmuster. Er stellt auch Ausgangspunkt dar, um anhand verschiedener Übungen und Strategien die nonverbale und verbale Kommunikation zu reflektieren und zu verändern. Im meiner Therapie werden gezielt nonverbale und verbale Kommunikationsmuster der Patienten auf ihre Bedeutung im zwischenmenschlichen Kontext analysiert. Darauf aufbauend sollen Patienten neue Formen von nonverbaler und verbaler Kommunikation erlernen und trainieren.

(3) Konflikt-und Empathie -training. Patienten mit interpersonellen Problemen zeigen häufig große Schwierigkeiten interpersonelle Konflikte zu bewältigen bzw. sich diesen überhaupt zu stellen. Deshalb werden spezifische Techniken zum Konfliktlösetraining vorgestellt, die an praktischen Beispielen trainiert werden. Zugleich kommt es vor, dass sich Patienten in besonders emotionalen interpersonellen Situationen nur noch schwer oder gar nicht in die Perspektive des Gegenübers hineinversetzen können – ein Umstand, der die Probleme meist zusätzlich verstärkt. Hier dient ein Empathietraining dazu, Patienten ein besseres Verständnis zwischenmenschlicher Situationen zu ermöglichen, um aus ihnen Lösungsansätze für ihre individuellen Probleme zu generieren.

(4) Rollenspiele. Alle zuvor beschriebenen Elemente werden in Rollenspielen zusammengeführt. Rollenspiele bilden einen zentralen Bestandteil der Therapie. Hierdurch werden Veränderungen des eigenen Verhaltens erlebbar gemacht und neue Strategien im Umgang mit zwischenmenschlichen Problemen entwickelt.

Diese Bestandteile stellen die Voraussetzung dafür dar, in schwierigen Situationen eigene Ziele und Bedürfnisse zu erreichen. Fertigkeiten in der Psychotherapie sind dabei als transdiagnostische Interventionen zu verstehen, die wiederum bedeutsam für das Therapieergebnis sind.

Zusammenfassung

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für die psychische Gesundheit von elementarer Bedeutung. Eine ganze Strömung in der Psychologie hat sich auf Basis dieser Erkenntnis entwickelt. Vertreter der Interpersonalen Theorie betrachten eine gestörte Person-Umwelt-Interaktion als Ursache für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen. Mittlerweile konnte die Relevanz interpersoneller Probleme in diversen empirischen Untersuchungen für verschiedene psychische Erkrankungen nachgewiesen werden. Damit sind interpersonelle Probleme für den psychotherapeutischen Prozess von großer Relevanz. Ein möglicher Ansatz für die Behandlung zwischenmenschlicher Probleme stellt dabei die im Konzept praktizierte Verknüpfung früher biographischer Beziehungserfahrungen mit heutigen  Fertigkeiten Defiziten dar. Nach der Erarbeitung von Prägungen und Übertragungshypothesen, dem Transfer der Beziehungserwartungen des Patienten auf die Therapie, können spezifische Problemlösestrategien genutzt werden, um Probleme in sozialen Beziehungen zu bearbeiten, und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Patienten zu verbessern.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.
Herzliche Grüße,
Ralf Baumhöfer

Corona und seine zu vermutenden Überbleibsel

Corona und seine zu vermutenden Überbleibsel

Was bleibt nach Corona?

Eigentlich alles ganz chillig im Lockdown… So äußerte sich eine Klientin auf meine Nachfrage hin, wie es ihr geht.

Das sieht wohl nicht jeder so, ich befürchte unsere Psyche auch nicht, denn zwischenmenschliche Beziehungen werden als eine der wichtigsten Komponenten von psychischer Gesundheit und Zufriedenheit angesehen, und die Fähigkeit, diese aufrechtzuerhalten als eine zentrale Kompetenz im Rahmen psychischer Gesundheit. Zwischenmenschliche Beziehungen sind für das allgemeine Wohlbefinden auf den verschiedensten interpersonellen Ebenen wie Familie, Beruf oder Schule von zentraler Bedeutung, diese „Spielfelder“ des Alltags sind nun schon über einen längeren Zeitraum stark eingeschränkt, oder nicht mehr vorhanden.

Der Gegenspieler von zwischenmenschlichem Zugehörigkeitsgefühl, das subjektive Gefühl der Einsamkeit wirkt sich hingegen bei lang andauerndem, chronischem Auftreten negativ auf die psychische als auch physische Gesundheit aus. Definiert als die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen und den gewünschten sozialen Beziehungen einer Person kann akute Einsamkeit evolutionär betrachtet jedoch auch als ein überlebenswichtiges Gefühl bzw. biologisches Mangelsignal betrachtet werden, welches uns Menschen auffordert, uns mehr und aktiv um soziale Kontakte zu bemühen. Allerdings sollten wir dann über entsprechende interpersonelle Fertigkeiten und Möglichkeiten verfügen, um unser soziales Netz aktiv zu vergrößern bzw. intensivieren zu können. Soziale Beziehungen und soziale Verhaltensweisen spielen folgerichtig im Alltag eine große Rolle. Interpersonelle Probleme und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur chronischen Einsamkeit sind aber nun in der Pandemie ein zentrales Problem verschiedener psychischer Erkrankungen. Dieses betrifft nicht nur Menschen, die belastet sind. Der Antrieb ist bei gesunden Menschen vorhanden, kann aber gegenwertig nicht in einem notwendigen Maße gelebt werden und dass kann wie beschrieben Spätfolgen nach sich ziehen. Wir können alle nicht in die Zukunft sehen, die Auswirkungen werden erst in einigen Jahren sichtbar sein, es ist zu befürchten das etwas übrig bleibt.

Fakt ist, Corona ist gefährlich, die Zahlen belegen das. Bleiben Sie gesund.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

Was sind Emotionen und warum sind sie so wichtig für uns?

Was sind Emotionen und warum sind sie so wichtig für uns?

Emotionen sind Gefühlsreaktionen, somit sind grundlegender Teil des menschlichen Erlebens. Doch was sind Emotionen
überhaupt? Haben diese einen Nutzen? Sind negative bzw. unangenehme Emotionen wie Traurigkeit oder Angst schädlich?
Welche Emotionen gibt es?
Prinzipiell lassen sich zunächst einmal positive und negative Emotionen unterscheiden. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass positive Emotionen besser oder nützlicher wären als negative. Sowohl Emotionen mit positivem Charakter (z. B. Freude) als auch solche mit negativem Charakter (z. B. Traurigkeit) haben ihre Berechtigung und sind Teil des normalen emotionalen Erlebens. Man kann daher auch von angenehmen und unangenehmen Emotionen sprechen.
Beispiele für positive bzw. angenehme Emotionen: Freude, Zufriedenheit, Glück, Liebe, Stolz…
Beispiele für negative bzw. unangenehme Emotionen: Angst, Ärger, Wut, Einsamkeit, Scham, Schuld, Trauer/Traurigkeit..


Wie fühlen sich Emotionen an?
Wird eine bestimmte Emotion ausgelöst, dann fühlt man diese in der Regel körperlich in verschiedenen Körperregionen.
Die körperlich wahrnehmbaren Empfindungen hängen dabei von der Art der Emotion sowie von ihrer Stärke ab und sind auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Viele Menschen beschreiben beispielsweise ein »Kribbeln im Bauch«, wenn sie verliebt sind. Die Emotion Ärger wird hingegen oft als ein Druckgefühl in der Magengegend beschrieben. Dabei können auch mehrere verschiedene Körperempfindungen gleichzeitig oder nacheinander auftreten und sich im Körper ausbreiten (z. B. ein Druckgefühl in der Magengegend, das sich in den Brustbereich ausbreitet).


Beispiele für Körperempfindungen im Zusammenhang mit Emotionen:
Kribbeln
Druckgefühl
Kälte
Wärme
Verkrampfung
Zittern
Herzrasen
Schwitzen
Unruhe

Wodurch werden Emotionen ausgelöst?
Emotionen entstehen nicht ohne einen Anlass bzw. einen Auslöser. Dieser Auslöser kann eine bestimmte Situation
sein (äußerer Auslöser) oder ein Gedanke, eine Erinnerung, ein inneres Bild oder auch eine andere Emotion (innere Auslöser).

Haben Emotionen einen Sinn?
Die Funktion von Emotionen besteht darin, dass sie uns eine schnelle Einschätzung der gegenwärtigen Situation ermöglichen und uns wichtige Informationen über unsere aktuellen Bedürfnisse geben. Sie funktionieren in gewisser Weise wie die Warnlämpchen im Auto, die uns durch ihr Aufleuchten darüber informieren, dass beispielsweise ein Scheinwerfer kaputt oder der Tank leer ist. So zeigt Angst an, dass die aktuelle Situation eventuell gefährlich ist und unser Bedürfnis nach Sicherheit in dieser Situation nicht ausreichend befriedigt ist. Ärger weist darauf hin, dass uns möglicherweise ein Unrecht getan wurde und unser Bedürfnis nach respektvoller Behandlung und Wahrung unserer Interessen unbefriedigt ist. Ein Schuldgefühl zeigt an, dass wir eventuell selbst etwas falsch gemacht haben und signalisiert unser Bedürfnis nach Vergebung. Wir wollen dann also Wiedergutmachung leisten, um das friedliche Miteinander wiederherzustellen. Somit liefern uns Emotionen Informationen darüber, was wir in einer bestimmten Situation brauchen, was uns fehlt oder was uns stört.

Kann man sich auf seine Emotionen und die durch sie vermittelten Informationen verlassen?
Wenn wir durch unsere Emotionen Informationen erhalten, dann stellt sich natürlich die Frage, ob wir diesen Informationen
trauen können. In vielen Fällen liegen wir mit unseren Emotionen richtig, aber leider nicht immer. Manchmal
zeigt uns unsere Angst eine reale Gefahr an, manchmal ist die Angst aber auch übertrieben und die Situation ist
gar nicht so gefährlich, wie unsere Angst uns glauben macht. Es kann beispielsweise sein, dass ein kleiner freundlicher
Hund Angst in uns auslöst, obwohl er gar keine Gefahr darstellt. Oder wir haben auf einem Kirchturm Angst, obwohl
dieser seit 500 Jahren stabil steht. Oder aber wir haben ein Schuldgefühl, obwohl wir nichts falsch gemacht haben.

Warum ist das so? Das emotionale System ist eine sehr effektive Entwicklung der Natur. Es reagiert auf kleinste Hinweisreize und führt zu einer sehr schnellen Ersteinschätzung der Situation. Das hat dem Menschen in grauer Vorzeit oft das Leben gerettet: Wenn ein Mensch eine Schlange sah ober auch nur ihr Zischen hörte, stieg sofort Angst in ihm hoch und signalisierte: Gefahr! Die Angst brachte diesen Menschen dann dazu, sofort das Weite zu suchen und sich in
Sicherheit zu bringen (Fluchtreaktion). Emotionen bleiben im Gedächtnis. Das Angstsystem ist mit unserem Gedächtnis verknüpft. Haben wir in einer bestimmten
Situation einmal schlechte Erfahrungen gemacht, dann werden wir später in ähnlichen Situationen durch unsere emotionale Erinnerung umso schneller alarmiert. Nicht nur Angst, sondern auch andere Emotionen können auf diese Weise durch Erfahrungen und Lernprozesse mit bestimmten Ereignissen beziehungsweise Auslösern verknüpft werden.
Diese erlernten Emotionen sind dann auch in späteren Lebensphasen schneller auslösbar. Wer in seiner Kindheit oft verlassen oder vernachlässigt wurde, erlebte immer wieder Emotionen wie Traurigkeit und Einsamkeit. Als Erwachsener wird er diese Emotionen in bestimmten Situationen schneller empfinden als andere Menschen. Auf diese Weise können beispielsweise unnötige Verlustängste in der Partnerschaft entstehen.

Was sagen meine Emotionen über mich aus?
Emotionen liefern uns nicht nur Informationen über unsere Bedürfnisse, sie vermitteln diese Bedürfnisse auch an unsere Mitmenschen. Dies geschieht über unseren emotionalen Gefühlsausdruck mittels Gestik, Mimik und Stimmlage.
Wenn ein Mensch einen traurigen Gesichtsausdruck zeigt oder sogar weint, dann vermittelt dieser emotionale Ausdruck dem Gegenüber, dass diesem Menschen etwas fehlt und dass er ein Bedürfnis nach Trost und Fürsorge hat.
Viele Menschen haben aber die Überzeugung, dass es besser sei, die eigenen Gefühle vor anderen zu verbergen. Dies führt jedoch dazu, dass es den Mitmenschen viel schwerer fällt, die Bedürfnisse der betreffenden Person zu verstehen und auf diese einzugehen.
Das emotionale System reagiert sehr schnell und kann uns vor Gefahren schützen. Andererseits löst ein System, das so schnell reagiert natürlich auch öfter einmal einen Fehlalarm aus.
Emotionen liefern oft eine hilfreiche Einschätzung der aktuellen Situation, sie können aber auch das  Ergebnis vergangener Lernerfahrungen sein.
Emotionen bzw. unser emotionales Ausdrucksverhalten vermitteln den anderen Menschen, wie wir uns fühlen und welches Bedürfnis wir gerade haben.

Für mögliche Fragen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer (Heilpraktiker für Psychotherapie)

 

Resilienz

Resilienz

Resilienz ist zurzeit in aller Munde und doch wissen viele gar nicht so ganz genau, was Resilienz genau bedeutet. Klassischerweise ist ein Stehaufmännchen das Sinnbild für Resilienz, denn was immer dem Stehaufmännchen widerfährt, es steht wieder auf. Auch aus dem tiefsten Tief erholt es sich schnell und bleibt nicht einfach am Boden liegen, sondern kommt wieder in Balance.

Die Fähigkeit zu innerer Stärke wird in der Psychologie als Resilienz beschrieben. Resiliente Menschen können auf die Anforderungen wechselnder Situationen flexibel reagieren, eine wichtige Fähigkeit, vor allem wenn der äußere und innere Belastungsdruck steigt.

Der gesunde Umgang mit Krisen

Kriesen sind ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Was sind Krisen? Nun, das liegt im Auge des Betrachters. Es gibt nicht die Krise, doch in jedem Leben gibt es Krisen. Und wenn man ihnen, wie Frisch es sagt, den Beigeschmack der Katastrophe nimmt, dann sind Krisen die Ausgangspunkte für persönliches Wachstum und unsere Entwicklung auf unserem Lebensweg. Und das ist wichtig für uns und unsere persönliche Entwicklung als Mensch. Sicher ist eine Krise weitaus tiefergehend als ein Problem oder nur Stress, denn charakteristisch für Krisen ist, dass wir das Gefühl haben, sicheres Terrain zu verlassen und keinen festen Boden mehr unter unseren Füßen spüren. Kurt Lewin spricht in seiner Feld-theorie bei den Krisen, die wir durch die Übergänge von einer Lebensphase in die nächste haben, davon, dass wir uns dadurch auf »weichem Grund« bewegen. Einige Klienten von mir berichten, dass sie sich in Krisen so vorkämen, als würden sie wie in einer Schneekugel durchgeschüttelt, weil sie nicht mehr wüssten, wo oben und wo unten ist. Das ist kein gutes Gefühl! Jeder von uns kennt es, denn Krisen sind nun einmal Teil des Lebens. Und wenn wir ehrlich sind: Ohne Krisen gäbe es kein Wachstum, keine Entwicklung und keine Veränderung. »Ich krieg die Krise« – wenn wir das sagen, dann meinen wir nicht die Krisen, von denen hier die Rede ist. In echten Krisenzeiten sehen wir uns vor die Herausforderung gestellt, Entscheidungen zu treffen, die uns aus der Krise heraus bringen sollen, damit wir uns nicht mehr so ausgeliefert und hilflos und auch nicht als Opfer fühlen. Wir möchten die Dinge, oder besser gesagt, unser Leben in die Hand nehmen. Diese psychischen Krisen können völlig unterschiedliche Auslöser haben. Doch bei aller Unterschiedlichkeit ist ihnen eines gemeinsam: Sie stellen für uns belastende Situationen dar, aus denen wir meinen, keinen Ausweg finden zu können.

Und das ist das Entscheidende: Nicht die Situation an sich, nicht der Stressor und nicht die Belastung, sondern unser subjektives Empfinden, es nicht handhaben zu können. So ist Stress auch nicht gleich Stress. Einzig relevant ist im Zusammenhang von belastenden Lebenssituationen, wie das Individuum sie betrachtet. So erklärt sich auch, dass belastende Lebensumstände subjektiv völlig unterschiedlich aufgefasst werden. Was für den einen wie das Ende der Welt scheint, lässt andere nahezu unberührt. Wenn wir uns die Frage danach stellen, warum das so ist, dann kommen wir zum Thema Resilienz. Warum können einige von uns die schwierigsten Situationen meistern, wohingegen andere schon beim „wie es scheint“ kleinsten bisschen kraftlos werden und kaum die Kraft finden, wieder aufzustehen!?

Die Antwort: Die einen kommen bei der Bewertung der Situation zu dem Schluss, dass sie einen Ausweg finden und eine Lösung parat haben, während die anderen den subjektiven Eindruck haben, diesem Stressor nichts entgegensetzen zu können. Das trifft auch bei ganz elementaren Krisen im Laufe des Lebens zu, z.B. beim Tod eines geliebten Menschen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder schwerer Krankheit. Wenn wir wissen, was zu tun ist, dann bedeutet das, dass wir in der Situation oder bei dem eingetretenen Ereignis eine geeignete Bewältigungsstrategie kennen. Erst wenn das nicht der Fall ist, geraten wir subjektiv in eine Krise.

Wenn wir zu der Schlussfolgerung kommen, dass wir angemessen reagieren können, dann werden wir uns nicht bedroht, sondern uns der Situation gewachsen fühlen. In diesem Zusammenhang bedeutet Resilienz, dass uns angemessene, ausreichende und hilfreiche Verhaltens- und Denkweisen zur Verfügung stehen, mit denen wir die Situation bzw. das Ereignis managen können. Wir vertrauen darauf, dass wir wieder aufstehen, weil wir wis-sen, dass wir dazu in der Lage sind. Weil wir wissen, dass uns nichts so anhaben kann, dass es uns dauerhaft zu Boden wirft. Resiliente Menschen gehen davon aus, dass sie immer wieder aufstehen, weil sie an sich glauben, das Leben feiern, sich nicht unterkriegen lassen wollen. Kurzum, sie halten auch dem stärksten Sturm stand.

Gerne erarbeite ich mit Ihnen zusammen, Ihren Weg bis dorthin. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Soziale Phobie

Soziale Phobie

Die Soziale Angststörung ist eines der am weitesten verbreiteten psychischen Probleme. Nahezu jeder zehnte Mensch
leidet darunter, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind. Bei vielen Betroffenen besteht dieses Problem
schon lange Zeit, meist seit der Kindheit oder Pubertät. Manchmal tritt es aber erst im Erwachsenenalter auf oder der
genaue Beginn ist gar nicht auszumachen. Ängste in Anwesenheit anderer Menschen zu haben ist ein weit verbreitetes
Phänomen und zunächst etwas Normales, erst wenn die Angst eine sehr starke Intensität annimmt und zu erheblichen
Beeinträchtigungen in der Lebensgestaltung führt, spricht man von einer Sozialen Phobie oder Sozialen Angststörung.

Erscheinungsbild
Der Kern der Sozialen Angststörung ist die Befürchtung, aufzufallen, sich zu blamieren, unangemessen zu wirken oder
eine mangelhafte Leistung zu erbringen. Dabei können sich die Ängste darauf beziehen, dass Sie in Gesprächen mit
anderen Leuten befürchten, etwas Unpassendes zu sagen oder sich in anderer Weise ungeschickt zu verhalten. Oder
Sie befürchten, dass man Ihnen die Angst in Form von Erröten, Zittern oder Schwitzen ansieht. Oftmals erscheint die
Angst und Anspannung nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Anlass. Da die Gefühle jedoch sehr unangenehm
sind, vermeiden die meisten Betroffenen soziale Situationen, auch wenn diese Vermeidung auf Dauer ungünstige
Konsequenzen haben kann. Hierzu gehören z.B. berufliche Nachteile, Beeinträchtigungen von Beziehungen
zu Freunden, Bekannten oder zum Partner. Je stärker sich die Vermeidung im Lebensalltag ausbreitet und Sie sich aus
den sozialen Situationen zurückziehen, umso größer wird die Angst. Auf Dauer verursachen Soziale Angststörungen
nicht selten auch Folgeprobleme wie Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.

Ursachen
Die biographischen Ursachen für Soziale Angststörungen sind vielfältig und von Person zu Person unterschiedlich.
Neben einer Veranlagung zur Schüchternheit können auch familiäre Erziehungs- und Beziehungsmuster, ungünstige
Erfahrungen in sozialen Beziehungen, aber auch traumatische Erlebnisse in Kindheit, Jugend oder Erwachsenenalter
beteiligt sein. Zusätzlich zu diesen zurückliegenden Einflüssen müssen aktuelle Faktoren hinzukommen, die zur
Entstehung Sozialer Angststörungen beitragen, wie z. B. ungünstige Verarbeitungsmuster und Vermeidungsverhalten
in sozialen Situationen.

Behandlung
Erst in den letzten Jahren hat man durch intensive Forschung mehr über die Ursachen Sozialer Angststörungen herausfinden
können und wirksame Behandlungsansätze entwickelt. Eine nachweislich wirksame Therapieform ist eine spezielle Form
der Verhaltenstherapie, die Kognitive Therapie. Ziel ist es hier, problematische Gedanken und Verarbeitungsweisen
zu erkennen und aktiv Veränderungen anzustreben, die es Ihnen mit der Zeit wieder ermöglichen, vermiedene
soziale Situationen gelassener aufzusuchen. Voraussetzung für Ihren Erfolg ist jedoch, dass Sie nicht nur in den
Sitzungen mitarbeiten, sondern vor allem in Ihrem Lebensalltag Veränderungen ausprobieren. Für diese eigenständige
Arbeit vereinbare ich Ziele mit Ihnen, ähnlich wie Hausaufgaben.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße

Schmerztherapie

Schmerztherapie

Schmerztherapie in Salzkotten.

Schmerzen sind eine Herausforderung des Gesundheitswesens und einer der Hauptgründe für Patienten zum Arzt zu gehen. Erkrankungen von Muskeln, Skelett und Bindegewebe sind der weitaus häufigste Grund für medizinische Rehabilitationen.

Über 20 Millionen Menschen in Deutschland haben ständige oder häufig auftretende Schmerzen, dabei sind Personen mit Tumorerkrankungen nicht eingerechnet. Schmerzen zu haben, bedeutet nicht automatisch auch darunter zu leiden. Wenn der Schmerz jedoch zu körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen führt, spricht man von einer eigenständigen Schmerzerkrankung. Hiervon sind in Deutschland über 2 Millionen Menschen betroffen.

Die Betroffenen schildern eine lange Vorgeschichte mit zahlreichen medizinischen und anderen Maßnahmen
und erfolglosen Therapieversuchen. Dabei erleben die Betroffenen oft Phasen der Hoffnung gefolgt von Phasen
der Verzweiflung und Hilflosigkeit. Dadurch kann ihr Selbstwertgefühl stark beeinträchtigt sein.
Mechanistische Schmerzmodelle, einseitig ausgerichtete Diagnose- und Therapieansätze, unzureichende Aufklärung,
passive Behandlungserwartungen, Zielkonflikte und Erwartungsängste können die Behandlung zusätzlich
erschweren. Erst bei gleichzeitiger Berücksichtigung biologischer und psychosozialer Variablen und deren Wechselwirkung kann eine chronische Schmerzerkrankung ausreichend erklärt und therapeutische Ansatzpunkte daraus entwickelt werden.

Erfolgreiche Behandlungsprinzipien folgen von Anfang an dem biopsychosozialen Modell, was sich schon in einer frühen multidimensionalen Diagnostik zeigt.
Patienten mit chronischen Schmerzen stellen keine homogene Gruppe dar. Von daher ist es wichtig, die jeweils unterschiedliche Ätiologie der Erkrankung möglichst gut zu kennen, um spezifisch behandeln zu können.
Schmerzen können unterschiedlichen Schmerzmechanismen zugerechnet werden. Psychische und soziale Faktoren haben unterschiedlich starken Einfluss auf das Schmerzgeschehen. Allerdings korrelieren das Ausmaß der Gewebeschädigung, der erlebte Schmerz und auch die Beeinträchtigung kaum miteinander.
Für die Behandlung kommen weitere wichtige therapierelevante Faktoren auf Patientenseite hinzu:
Patienten bringen unterschiedliche Voraussetzungen für eine psychotherapeutische Behandlung der Schmerzen mit.

  • Familiäre Unterstützung, Krankheitsvorstellungen und Vorerfahrungen beim Patienten sowie seiner Angehörigen sind weitere Faktoren, die den Behandlungsbeginn mit bestimmen.
  • Die Motivation für eine Schmerzpsychotherapie ist von Fall zu Fall verschieden und ändert sich im Behandlungsverlauf.
  • Es bestehen individuelle und unterschiedliche Behandlungsziele und Behandlungserwartungen.
  • Komorbiditäten können die Therapie erschweren.
  • Ressourcen können die Therapie unterstützen.

Ich verfolge in der Therapie eine Störungs-und problemorientierten und flexiblen Ansatz, der sich an den Besonderheiten der Patienten und an den Mechanismen der Schmerzentstehung und -aufrechterhaltung orientiert.
Meine therapeutische Haltung entspricht dabei einem sowohl als auch und keinem entweder oder von organisch versus psychogen. Biologische,
psychologische und soziale Faktoren sind an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzen beteiligt, individuell
aber jeweils ganz unterschiedlich gewichtet. Diese Faktoren sind nicht nur Ursachen chronischer Schmerzen,
sondern auch deren Folgen. Je länger der Schmerz besteht, umso stärker wird er in der Regel von psychosozialen
Faktoren mitbestimmt.

Therapeutische Haltung: Eine solche Haltung beinhaltet auch, die Patienten zu Experten ihrer Krankheit zu machen,
um ihnen eine aktive und partnerschaftliche Entscheidungsfindung in der Therapiegestaltung und eine
aktive Mitarbeit im Therapieprozess zu ermöglichen. Dies setzt mir als Behandler eine Haltung voraus, die
den Patienten als Kooperationspartner ernst nimmt und ihm die entscheidende Kompetenz zur Problemlösung
zuweist.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Onlinetherapie und Beratung

Onlinetherapie und Beratung

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Videosprechstunde

Onlineberatung und -Therapie wird unter datenschutzrechtlichen Bedingungen ebenfalls angeboten, sprechen Sie mich hierzu gerne telefonisch oder persönlich an.

Die Video-Sprechstunde von „Doctena“ erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Der Zertifizierungsprozess für die Anerkennung der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen soll zeitnah abgeschlossen werden. Für Selbstzahler und privatversicherte Patienten ist dies natürlich nicht notwendig.“

Hier sehen Sie ein Erklärungsvideo zum Ablauf, bitte klicken Sie dazu auf den Link, sie werden zu Youtube weitergeleitet. https://www.youtube.com/watch?v=s24v5SblVrY&feature=youtu.be

Unten auf Startseite finden Sie unsere Onlineterminierung Doctena, wählen Sie sich dazu Ihren Besuchsgrund, klicken Sie auf Videosprechstunde und reservieren sich Ihren Termin, Sie bekommen daraufhin eine Bestätigung. Danach werde ich Sie persönlich anrufen, oder per Mail kontaktieren um den gemeinsamen Ablauf abzusprechen.

Sie können sich Ihren Termin aber auch telefonisch reservieren! Termine sind auf Anfrage auch zwischen Mo-Do. möglich.

Die Videosprechstunde dauert 50 Minuten und kostet 50 EUR die per Überweisung oder Paypal vorab zu leisten sind.

Für weiter Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

Das Coronavirus und die Psyche

Das Coronavirus und die Psyche

 Was du gegen Sorgen und Ängste tun kannst

Bewahrt Ruhe!

Ja, das ist natürlich leicht gesagt und schwer getan. Aber es gibt zumindest ein paar Möglichkeiten, die wir alle ausprobieren können, wenn wir merken, dass die Panik in uns aufsteigt. Zum einen: ruhig atmen. Sich ein paar Minuten auf den eigenen Atem konzentrieren und ganz bewusst ein- und ausatmen. Auch progressive Muskelrelaxation, autogenes Training oder Meditationsübungen können helfen.

Meditationsapps sind doch total angesagt zur Zeit. Allerdings bezweifle ich stark, dass wirklich viele Menschen weiter als bis zum Download der App gekommen sind. Jetzt wäre ein super Zeitpunkt, sich jeden Morgen hinzusetzen und loszulegen“

Bewegt Euch!

Gerade depressiven Menschen wird sportliche Betätigung von Psycholog/innen dringend empfohlen. Bewegung ist für das mentale Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung. Wer also jetzt zwangsweise auf den regelmäßigen Fitnessstudio- oder Sportkursbesuch verzichten muss, dem*der fällt ein wichtiger Pfeiler der Self care weg.

Und auch wenn ihr eigentlich am liebsten gerade Indoor-Spinning oder Thaiboxen machen würdet: Gebt euch einen Ruck und probiert mal etwas anderes aus. Joggen und Radfahren tun auch gut, gerade jetzt, wo in vielen Teilen von Deutschland die Sonne scheint und schon wärmere Temperaturen herrschen. Auch spazieren gehen kann gut tun. Und auf YouTube oder in unzähligen Apps findet ihr Anleitungen zum Heim-Sporteln, von Yoga bis zum Training mit dem eigenen Körpergewicht.

„Am besten wäre: Alle holen sich einen Hund. Die Bewegung kommt dann automatisch und man ist ständig in der Sonne und an der frischen Luft“,

Bleibt bei euren Routinen!

Wenn der Alltag so durcheinandergewirbelt wird und die eigenen Routinen wegfallen, kann das für viele ganz schön destabilisierend wirken. Deshalb: Versucht, so gut es geht an euren Routinen festzuhalten. Wenn ihr im Homeoffice seid: Steht zur gewohnten Zeit auf, macht euch fertig, als würdet ihr auf die Arbeit gehen, haltet eure Essens- und Schlafzeiten ein. Und nehmt die Verabredungen wahr, die ihr sonst auch treffen würdet. Macht einfach digitale Dates daraus.

„Sicherheit und Stabilität sind für die meisten Menschen mit und ohne psychische Vorerkrankungen wichtig. Vorhersehbarkeit senkt Ängste“

Gegen das Stigma!

Wer selbst von Corona betroffen ist, oder Freund/innen hat, die betroffen sind, wird vielleicht auch angefangen haben, unter der Stigmatisierung zu leiden.

Die WHO empfiehlt daher allen, mit Corona infizierte Menschen nicht als „Corona-Opfer“ oder „Corona-Fälle“ zu bezeichnen, sondern als „Menschen mit Corona“ oder „Menschen, die wegen Corona in Behandlung sind“.

Holt euch Hilfe und helft anderen!

Für viele psychisch kranke Menschen ist es sehr, sehr schwer, um Hilfe zu bitten. Anderen Menschen zu sagen, dass es ihnen nicht gut geht. Dass sie psychische Probleme haben. Der Appell von Psycholog*innen lautet aber insbesondere jetzt: Sagt es! Sprecht Freund*innen an, schreibt auf Social Media von euren Ängsten, teilt eure Sorgen und bittet andere um Hilfe.

„Ich bin gespannt, wie sich die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung in den nächsten Wochen entwickelt. Hoffentlich kommen die Krankenkassen zu unbürokratischen Lösungen, wenn es zum Beispiel darum geht, ob ambulante Psychotherapien ausnahmsweise am Telefon durchgeführt werden dürfen. Darüber hinaus ist es jetzt natürlich total wichtig, dass alle ihre sozialen Ressourcen aktivieren. Ruft eure Freund*innen an, wenn ihr euch unwohl fühlt. Die sitzen ja wahrscheinlich auch zu Hause rum. Und ganz wichtig: Ruft eure Freund*innen an, denen es vielleicht nicht so pralle geht, und kümmert euch. Seid einfach besonders lieb zueinander in den nächsten Wochen“

Es tut einem auch selbst gut, anderen Menschen zu helfen. Hilfe anzubieten und zu leisten stützt die eigene mentale Gesundheit. Wenn ihr es könnt, bietet also Hilfe an. Vielleicht mit einem Zettel im Hausflur oder mit einem Telefonat im Verwandtenkreis. Auf lokaler Ebene organisieren sich derzeit viele Menschen in Hilfegruppen auf Social Media oder bei Telegram. Vielleicht mögt ihr euch solch einer Gruppe anschließen und eure Hilfe anbieten.

Quelle: Zeit.online

Coronavirus Hygieneleitfaden in unserer Praxis

Coronavirus Hygieneleitfaden in unserer Praxis

Warum ein Hygieneleitfaden für die psychotherapeutische Praxis?

Liebe Patienten,

es finden alle Termine wie bisher statt.

Wir sind eine Bestellpraxis, es findet kein Körperkontakt statt, ein entsprechender Abstand ist immer gewährleistet.

Aufgrund der besonderen Situation biete ich Ihnen aber an, bereits vereinbarte (Gesprächs-)Termine telefonisch wahrzunehmen.

Sollten Sie Ihren Termin nicht wahrnehmen wollen (wofür ich volles Verständnis habe), bitte ich um frühestmögliche Absage damit ggf. jemand anderes diesen in Anspruch nehmen kann.

Hygieneleitfaden für unsere Praxis:

Für eine Einrichtung im Gesundheitswesen ist der Begriff „Hygiene“ kein fremder Begriff. Überall, wo erkrankte Menschen eine Ärztin/einen Arzt oder eine Therapeutin/einen Therapeuten aufsuchen, spielt der Infektionsschutz eine wichtige Rolle.

Trotzdem ist nicht jeder Patient/jede Patientin gleich infektiös und nicht jede Patientenbehandlung mit einem Infektionsrisiko für Patienten, Behandler/Therapeuten oder für Dritte verbunden.

Daher stellt sich die Frage: Welche Bedeutung hat die Hygiene für eine Psychotherapiepraxis?

Ein allgemeingültiges Hygienekonzept, das jede Psychotherapiepraxis übernehmen kann, gibt es nicht. Jede Praxis muss für sich analysieren, ob und welche Infektionsrisiken und Gefährdungen in der eigenen Einrichtung bestehen. Das ist immer abhängig von den Patienten, die zur Therapie kommen und ihren Erkrankungen, von ausgeführten Tätigkeiten, manchmal von Baulichkeiten und ob Dritte, z. B. Beschäftigte geschützt werden müssen. Hygiene in einer Erwach-senen Psychotherapiepraxis mit vielen chronisch erkrankten Patienten oder mit bekannt infektiösen Patienten erfordert andere Standards als die Hygiene einer Kinder- und Jugend-lichenpsychotherapiepraxis. Eine systematische Analyse wird immer ein individuelles, auf die Bedürfnisse der Praxis angepasstes Paket an Hygienemaßnahmen ergeben.

 

Onlinesucht

Onlinesucht


Suchtentwicklung

Es gibt unterschiedliche Modelle für die Entstehung einer Sucht. Während  psychologische Modelle vor allem auf Lern-, Bewältigungs-, konfliktdynamische, motivationale oder persönlichkeitsorientierte Aspekte fokussieren, stehen in  biologisch orientierten Modellen Veränderungen der Hirn- und Körperorganik im Vordergrund.

Soziologische Modelle wiederum betonen soziale Einbettungen des Suchtgeschehens, wozu auch die „Definition“ einer Sucht gehört. Das betrifft die Drogenpolitik einer Regierung, zeitliche Besonderheiten des legalen und illegalen Drogenmarkts (z.B. Erscheinen und Wandlungen der Alkopops) oder die Verfügbarkeit von Substanzen, eben aber auch die tolerierte Intensität des spielens.

Die Veränderung persönlicher und gesellschaftlicher Lebensrealitäten hat sich insbesondere durch die Technisierung und vor allem durch jederzeit verfügbare Computer- bzw. Internet-Anwendungen in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten zunehmend beschleunigt. Gerade in Bezug auf die Nutzung von Internet-Angeboten ist ein stetiger Anstieg über alle Altersgruppen hinweg zu verzeichnen.

Die technische Weiterentwicklung im Bereich der Prozessorgeschwindigkeit, aber auch der grafischen Darstellung machen dabei spezifische Anwendungen für Nutzer zunehmend attraktiver. Über das Internet spielbare Computerspiele und insbesondere die Multiplayer Online Games scheinen aufgrund ihrer Charakteristik eine besondere Attraktivität zu haben.

Die Spiele charakterisieren sich durch eine 24-stündige Verfügbarkeit des Spieles über das Internet, das gemeinsame Spiel in Echtzeit, die Organisation der Spieler in Gruppen von Spielern (Gilden) und eine hohe Spielbindung durch soziale Verpflichtungen innerhalb der Spielgruppe. Dabei spielt jeder Nutzer innerhalb des Spieles mit einer eigenen Spielfigur (Avatar), die nicht nur durch Rollenzuschreibung mit spezifischen Aufgaben , sondern auch mit bestimmten Charaktereigenschaften versehen ist. Bezüglich der Frage der Übernahme von Rolleneigenschaften der eigenen Spielfigur existieren Hinweise, dass abhängiges Spielen von Online-Rollenspielen gerade mit dem Ausmaß der Identifikation mit den Charaktereigenschaften der eigenen Spielfigur korreliert sein könnte

Schleichend, durch die Gewöhnung entsteht eine Sucht.

  • Der Internet-Gebrauch wird fortgeführt trotz der Absicht, ihn zu beenden.
  • Der Internet-Gebrauch dominiert das Verhalten und Denken.
  • Es werden unangenehme emotionale Zustände erfahren, wenn das Internet nicht genutzt werden kann.
  • Das Internet wird genutzt, um negative emotionale Zustände zu mildern.
  • Die Internet-Nutzung führt zu intra- oder interpersonellen Konflikten.

Während zu Beginn der Abhängigkeitsentwicklung die primär positive Wirkung der Internet- bzw. Computerspielnutzung eine bedeutende Rolle spielen sollte, geraten Betroffene nach dem Modell längerfristig in einen Teufelskreis aus langfristig negativen Konsequenzen z.B. soziale Isolation, Verschlechterung schulischer Leistungen, Verschlechterung der Depressivität, Exazerbation sozialer Ängstlichkeit, die wiederum durch neuerlichen Internet- bzw. Computerspielgebrauch kompensiert und damit negativ verstärkend aufrecht erhalten werden. Die Entwicklung einer Abhängigkeit könnte so bei einem Betroffenen, der über die Phasen des zunächst regelmäßigen, riskanten und dysfunktionalen Konsums im Sinne einer Nutzung des Mediums zur Affektregulation zu einem missbräuchlichen im Sinne der Fortführung des Verhaltens trotz wiederholt negativer undschädlicher Konsequenzen und dann abhängigen Konsum im Sinne der oben dargestellten diagnostischen Kriterien übergeht.

Video- und Computerpielsucht gilt auch offiziell als Krankheit. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun auf einer Tagung (20.05.2019) in Genf bestätigt. Damit findet sich im neuen internationalen Katalog der Krankheiten (genannt International Classification of Diseases oder ICD-11, umfasst knapp 55.000 Krankheiten) nun auch ein Eintrag für die sogenannte »Gaming Disorder«.

Konkret ändern wird sich durch die Entscheidung der WHO laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass in Deutschland nun entsprechende Behandlungen der Krankheit möglich sein müssen. Vor allen Dingen müssten Therapien gegen diese Krankheit auch durch gesetzliche Krankenkassen finanziert werden. Wer also an einer Videospielsucht leidet, muss die Behandlung künftig nicht mehr allein bezahlen.

Gegenwertig leider noch nicht der Fall. Die WHO stimmt über neuen Katalog der Krankheiten ab

Original-Meldung vom 20.05.2019:
Bei der Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf findet noch in dieser Woche eine Abstimmung darüber statt, ob »Gaming Disorder«(Videospiele-Krankheit oder Spielsucht) in Zukunft final in den Krankheiten-Katalog ICD-11 aufgenommen wird.
Wir hatten bereits letztes Jahr berichtet: Erstmals 2017 hatte die WHO Sucht nach Videospielen als psychische Störung vorläufig anerkannt. Mit der Veröffentlichung der elften Iteration des Katalogs International Classification of Diseases (ICD-11) im Jahr 2018 war diese finale Krankheit nicht offiziell.

Für die ambulante Behandlung von Patienten mit Internet- und/ oder Computerspielsucht existieren erste deutschsprachiges manualisiertes Behandlungsprogramme in Form der Kurzeittherapie.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Kognitive Verhaltenstherapie Workshop zur Einführung in Lippstadt

Kognitive Verhaltenstherapie Workshop zur Einführung in Lippstadt

Termin am 12/13.10.2019

Herzlich Willkommen zur Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie.

Das Kennzeichnende aller Formen Kognitiver Verhaltenstherapien besteht im Prozess der Kognitiven
Umstrukturierung, in dem die herausgearbeiteten Bewertungssysteme der Patienten auf Realitätsbezug,
Logik und Funktionalität bzw. Zielgerichtetheit geprüft und die für eine emotionale Störung oder gestörtes
Verhalten verantwortlichen Denkmuster modifiziert werden.
Im Unterschied zur klassischen Verhaltenstherapie bemühen sich Kognitive Verhaltenstherapeuten
zunächst um die Veränderung irrationaler oder dysfunktionaler Gedankenmuster, bevor auch sie daran
gehen, mithilfe strukturierter Arbeits und Übungsprogramme die auf der Einsichtsebene gewonnenen
Erkenntnisse in neues, zielgerichtetes Denken und Verhalten umzusetzen. Dazu werden die
Patienten in verhaltenstherapeutischer Manier ermuntert, ihr zunächst noch theoretisches Wissen durch
neue Erfahrungen in Verhaltensübungen auch glauben zu lernen.
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Kognitive Umstrukturierung fördern, sind
interaktionistisch, und der Weg dorthin führt oftmals über philosophische Betrachtungen. Dieser Prozess
lässt sich in fünf Phasen unterteilen und beschreiben:

  • Die Emotionsentstehung
  • Dysfunktionale Konzepte und Denkstile aufspüren, sichtbar machen.
  • Identifizierte Konzepte auf Angemessenheit prüfen
  • Neue, funktionale Konzepte erstellen.
  • Neue Konzepte glauben lernen.

Der Kurs ist offen für Personen, die psychotherapeutisch oder beratend im psychosozialen Sektor arbeiten oder sich hierzu in Ausbildung befinden.

Sie lernen die Basiselemente der Kognitiven Verhaltenstherapie kennen.
• das Konzept und die therapeutische Haltung
• Behandlungskonzepte und verschiedene Werkzeuge.
• das Wahrheitskonzept.
• Gesprächsführung und Disputtechniken
• das Glaubenlernen neuer Konzepte.

Diese Fortbildung umfasst 16 Themenpunkte a 45min und findet Samstags und Sonntags statt.

Der Kursabschluss ist zertifiziert bei mindestens 90% Anwesenheit bezogen auf die Kursdauer.

 

Anmeldung schriftlich: Email: ralf.baumhoefer@gmail.com

Kosten: 320 EUR

Ort der Veranstaltung:

Barbarossastraße 43 c, 59555 Lippstadt

Unsere Räumlichkeiten befinden sich in der 1. Etage, ein Aufzug ist nicht vorhanden.

 

Herzliche Grüße

Ralf Baumhöfer


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