Alle Beiträge von Ralf Baumhöfer

Agoraphobie

Agoraphobie

Wenn Sie unter einer Agoraphobie leiden, kann dies sowohl mit als auch ohne Auftreten von Panikattacken einhergehen.
Das zentrale Problem ist aber Ihre Angst, an Orten zu sein, von denen eine Flucht schwierig oder peinlich wäre
oder in denen sich beim Auftreten panikartiger Symptome keiner um Sie kümmern würde oder Hilfe nicht erreichbar
sein könnte.

Betroffene erleben in den gefürchteten Situationen möglicherweise auch körperliche Angstempfindungen wie Herzklopfen,
Pulsrasen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Zittern, Beklemmungsgefühle in Brust- und Herzgegend.

Ihnen kann in diesen Situationen schonmal schwindelig geworden oder auch ein Gefühl von Verzerrung der Umwelt
oder der eigenen Person begegnet sein. Sie haben in diesen angstauslösenden Situationen möglicherweise auch schon
mal Doppelbilder gesehen oder Gefühllosigkeit bzw.

Kribbeln in Händen und Armen erlebt. Vielleicht waren die
Symptome auch schon einmal so stark, dass der Gedanke auftrat, verrückt zu werden oder sogar zu sterben.
Im Gegensatz zu einer umgrenzten Panikstörung beziehen sich agoraphobische Ängste allerdings immer auf ein charakteristisches
Muster von Situationen, wie z. B. alleine außerhalb von zuhause zu sein, in Menschenmengen, Kaufhäusern,
Warteschlangen, auf Brücken zu stehen oder auf Reisenmit Bus, Zug oder Auto zu sein.

Diese Situationen werden vermieden oder sie werden nur mit deutlichem Unbehagen und mit der Angst vor dem
Auftreten einer Panikattacke oder panikähnlichen Symptomen ertragen oder können nur in Begleitung aufgesucht
werden.
Die Vermeidung ist hierbei das Leitsymptom. Dabei kann das Vermeidungsverhalten sehr offen zu Tage treten oder
aber auch versteckt sein und weder den Betroffenen selbst noch den Angehörigen zunächst auffallen.

So kann es sein, dass sich Agoraphobiker »einreden«, noch nie gerne U-Bahn, Bus oder auf der Autobahn mit dem
eigenen Auto gefahren zu sein.

Darum haben sie sich beispielsweise angewöhnt, statt Bahn zu fahren, sich von ihrem
Partner oder einer guten Freundin mit dem Auto fahren zu lassen. Oder sie fahren nur noch auf dem Beifahrersitz,

»weil ihre Frau schon immer die bessere Autofahrerin war«.

»Einkaufen kann man ja genauso gut online«

oder

»der Ehemann hat sich angewöhnt, die Einkäufe komplett zu übernehmen.

Sie haben möglicherweise auch andere – zunächst unsichtbare–Vermeidungsrituale entwickelt (Handy, Beruhigungsmittel,
Apotheken und Arztpraxen auf Ihrem Weg). Leider breitet sich auch das bestorganisierte Vermeidungsritual in der Regel im Laufe der Zeit immer weiter aus und die Erwartungsängste übertragen sich auf bisher als unbedenklich wahrgenommene Situationen. Dann wird der Freiheitsradius immer kleiner und die Abhängigkeit von anderen Menschen oder von Hilfsmitteln, die ein Sicherheitsgefühl vermitteln, immer größer.

Genau dort setzt unser Behandlungsangebot an, indem wir Sie unterstützen,
-Ihre körperlichen Symptome und Befürchtungen realistisch einzuschätzen;
-Ihre Katastrophenphantasien selbst in Frage zu stellen;
-IhreWahrnehmung gezielt zu beeinflussen;
-sich den bislang vermiedenen Situationen auszusetzen;
-die Erfahrung zu machen, dass Sie trotz Angst Ihr Kontrollerleben stärken,
-damit die körperlichen Symptome positiv im Sinne der Abschwächung regulieren und
-Ihren Bewegungsradius wieder zu vergrößern.

Ich möchten Ihnen dazu konkrete Techniken vermitteln, mit denen Sie Ihre Symptome bewältigen und die »Angst in
den Griff« bekommen können, sodass Ihr Leben nicht mehr von der Angst bestimmt wird.

Ich berate Sie dazu gerne in einem Erstgespräch.

Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist ein Psychotherapieansatz, der Eingang in die Krankenversorgung gefunden hat, weil seine Wirksamkeit bei vielen psychischen Krankheiten und Problemen hinreichend belegt ist.

Ihre Strategie ist eingebettet in eine kontinuierliche Analyse der Problemlage und der Motivation des Patienten sowie der Beziehung zwischen Ihnen und mir als Therapeuten.

Zu gegebener Zeit, wenn die Bedingungen Ihrer Problematik geklärt sind,  erfolgt die Therapieplanung, bei der in Kooperation mit Ihnen möglichst klare Zielsetzungen für die Therapie festgelegt werden und eine Indikation für spezifische Verfahren gestellt wird.

Der letzte Schritt beinhaltet dann die Durchführung der Therapie (sprich: die Anwendung der ausgewählten Techniken) sowie den Versuch, erzielte positive

Veränderungen zu stabilisieren. Dieses Rahmenkonzept macht die Verhaltenstherapie zu einer besonders flexiblen und patientengerechten Vorgehensweise.

Vorgehen und technische Durchführung

Zur Bestimmung des Ausgangszustandes einer Therapie gehört zunächst die Erhebung von Informationen über Voraussetzungen und Umstände des Therapiebegehrens, was meist in einem relativ wenig formalisierten Erstinterinterview geschieht.

In einem therapeutischen Erstgespräch versuche ich, möglichst schnell einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Informationen zu Person, Problematik, Problemgeschichte, Biografie, Therapieanlass, aktueller Lebenssituation sowie zum Störungsmodell des Patienten, zu Erwartungen an die Therapie, Motivationslage und Therapiezielen zu erhalten.

Bei der Erhebung der Lebensgeschichte des Patienten versuche ich mir dann ein möglichst systematisches Bild davon zu machen, wie die individuelle Entwicklung bisher verlaufen ist, welche biografischen Einflussfaktoren für die Entwicklung von psychischen Störungen eine Rolle spielen und wie sie ggf. in die Therapieplanung einbezogen werden müssen.

Zur Vorbereitung lassen sich Fragebögen, Überweisungsberichte und Krankenakten nutzen. Das Vorliegen einer oder mehrerer psychischer Störungen ist das Hauptindikationskriterium für eine Psychotherapie.

Die Linderung der Störung ist das zentrale Kriterium für den Erfolg. Folglich gehören das Erkennen und die Erfassung psychischer Störungen zu den wichtigsten Anliegen der interventionsbezogenen Diagnostik. Ziel klassifikatorischer und kategorialer Diagnostik ist es, die Vielfalt der Erscheinungsformen psychischer Auffälligkeiten anhand markanter, wissenschaftlich bestätigter Merkmale zu ordnen und überschaubarer zu machen.

Hierzu berate ich Sie ausführlich in einem Erstgespräch.

 

Wer darf Psychotherapie ausüben?

Wer darf Psychotherapie ausüben?

Psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten in Paderborn

 

In Deutschland gibt es grundsätzlich vier verschiedene Grundberufe, die psychotherapeutisch tätig werden dürfen:

 

„Psychotherapie ist das methodische Handhaben psychologischer Verfahren auf emotionaler, kognitiver und verhaltensbezogener Ebene zur Therapie von psychischen oder psychosomatischen Störungen oder Bearbeitung von Lebensproblemen.“

(W. Frank)

 

Psychotherapie (griech.: Pflege der Seele) ist die Behandlung psychisch, emotional und psychosomatisch bedingter Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen mithilfe wissenschaftlich fundierter psychologischer Methoden durch verschiedene Formen verbaler und nonverbaler Kommunikation.

Je nach der Form der Psychotherapie geht es bei der Klärung der Krankheitsursachen um die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten (z. B. Psychoanalyse, tiefenpsychologische Verfahren oder Gesprächstherapie), oder es wird der Bereich des bewussten Denkens, Empfindens und Handelns ergründet und durchleuchtet (z. B. Verhaltenstherapie).

Die Anwendung der Psychotherapie erfolgt durch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten sowie durch Heilpraktiker für Psychotherapie.

Die Bezeichnung Psychotherapeut ist in Deutschland seit 1999 durch das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) geschützt und darf nur von approbierten Therapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung ausgeübt werden.

 

In Deutschland gibt es grundsätzlich vier verschiedene Grundberufe, die psychotherapeutisch tätig werden dürfen:

1. Der Arzt / Psychiater – nach einem absolvierten Medizinstudium darf ein Arzt nach Abschluss einer Zusatzausbildung Psychotherapie betreiben. Die Berufsbezeichnung Psychiater steht für einen Mediziner, der eine 5-jährige Facharztausbildung für den Bereich Psychiatrie absolviert hat. Diese Berufsgruppe darf nach dem Abschluss Psychotherapie betreiben, beschäftigt sich aber in der Praxis hauptsächlich mit dem Thema der Medikamente (Psychopharmaka). Diese Berufsgruppen nennen sich auch „ärztliche Psychotherapeuten“.

2. Der Psychologische Psychotherapeut – ein studierter Psychologe kann nach erfolgreichem Studium eine 3-5-jährige Weiterbildung in einem sozialrechtlich anerkannten Therapieverfahren zum Psychologischen Psychotherapeuten absolvieren. Wie der Name schon sagt, nennt sich diese Berufsgruppe „Psychologischer Psychotherapeut“ und grenzt sich damit von den „ärztlichen Psychotherapeuten“ ab.

3. Der Heilpraktiker (Psychotherapie) – nach bestandener Überprüfung beim Gesundheitsamt dürfen Heilpraktiker für Psychotherapie in eigener Praxis psychotherapeutisch tätig werden.

Während kassenärztlich zugelassende Psychotherapeuten nur sozialrechtlich anerkannte Verfahren anwenden (Kognitive Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) hat der Heilpraktiker für Psychotherapie Therapiefreiheit und kann somit seinen Patienten durch die Nutzung einer Integrativen Psychotherapie das auf die Patientenbedürfnisse abgestimmte Therapieangebot machen.

Diese Vorgehensweise stützt sich damit auch auf die aktuelle Psychotherapieforschung, die herausgefunden hat, dass es sinnvoll ist, aus verschiedenen Therapieverfahren bestimmte Interventionen herauszunehmen, um den größtmöglichen Nutzen für den Patienten zu erzielen.

4. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten – sind gelernte Psychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter oder Lehrer mit anschließender Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.


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