Archives Dezember 16, 2018

Medizinische Hypnose

Medizinische Hypnose

Patienteninformationen zur Hypnose

Praxis Psychotherapie Ralf Baumhöfer in Salzkotten (Kreis Paderborn) nach dem Heilpraktikergesetz.

Von der Hypnose besteht oft ein falsches Bild
In der Regel erscheint dem Laien Hypnose als ein Zustand, der durch eine besondere Gabe des Hypnotiseurs herbeigeführt
wird, in demder Hypnotisierte wie ein Roboter willenlos Befehle ausführt und dabei auch Leistungen vollbringt (Steigerung
der muskulären Belastbarkeit bzw. gesteigerte Lern- und Gedächtnisleistungen), die ihm normalerweise nicht möglich sind
und an die er sich – wieder zurück im Wachzustand – nicht mehr erinnern kann.

Dieses Bild von Hypnose entnimmt die Öffentlichkeit den Sensationsberichten über hypnotische Phänomene bzw. den Darstellungen von Bühnenhypnose in den Medien (Fernsehen, Illustrierte). Leider zeichnen derartige Berichte nicht nur ein falsches Bild vonHypnose, sondernwecken
auch unrealistische Erwartungen und Ängste über Dauer und Verlauf einer Hypnosetherapie.


Hypnose lenkt die Aufmerksamkeit auf die innere Realität.
Tatsächlich ist der Patient in Hypnose sich seiner selbst und der Vorgänge während der Hypnosesitzung bewusst und kann
sich hinterher in der Regel an alles erinnern.
Spontane Erinnerungslücken sind sehr selten, meist wird Hypnose so »wie kurz vor dem Einschlafen« erlebt.
Man denkt dabei mehr »in Bildern«, die intensiver und stabiler sind als ohne Hypnose, die Aufmerksamkeit ist auf die »innere
Realität« gerichtet, die der Therapeut durch Suggestionen, Metaphern etc. gestaltet, während die Umwelt, die »äußere
Realität«, in den Hintergrund tritt.


Die Fähigkeit, Hypnose zu erleben, hängt nicht – wie vom Laien oft vermutet – mit (eher negativen) Persönlichkeitsmerkmalen
wie Neurotizismus, Hypochondrie, sozialer Angst etc. zusammen, sondern insbesondere mit der Fähigkeit, lebhafte
Vorstellungen entwickeln zu können.


Hypnose ist nicht Schlaf
Weiterhin werden kreative Fähigkeiten bzw. die Fähigkeit zur »Absorption« (»Aufgehen« in der Beschäftigung mit der Sache)
diskutiert. Physiologisch kann Hypnose klar vom Schlaf abgegrenzt werden, während die physiologischen Effekte von
Entspannung/Meditation mit denen von Hypnose vergleichbar sind.
Hypnose bewirkt nichts Außergewöhnliches Leistungssteigerungen (ohne vorheriges Training) oder eine Minderung der moralischen Verantwortlichkeit sind in Hypnose nicht möglich. Zwar werden immer wieder derartige außergewöhnliche Phänomene berichtet, mit sorgfältig kontrollierten wissenschaftlichen Experimenten wird aber belegt, dass diese Phänomene auch ohne Hypnose möglich sind.


Hypnose kann therapeutisch eingesetzt werden
Laien sind oft von den Möglichkeiten der Hypnose fasziniert, die angeblich das normale Maß übersteigen. Medienberichte
hierzu sind oft einseitig oder falsch, da sie Sensationen darstellen wollen.
Die wissenschaftlich ausgebildeten Therapeuten sind mehr von der Möglichkeit fasziniert, die in Hypnose veränderte »innere
Realität« therapeutisch effektiv einzusetzen. Gerade hierzu zeigen Untersuchungenaus der klinischen Hypnoseforschung, dass
Hypnose bei sehr vielen psychischen und psychosomatischen Problemen von großem therapeutischen Nutzen ist.


Hypnose wird in Kombination angewandt
Hypnose ist keine eigenständige Therapieform, sondern wird in der Regel in Kombination mit den bekannten Psychotherapieformen
angewandt: In der Verhaltenstherapie etwa,um den Patienten eine normalerweise angstauslösende Situation in der
»innerenRealität« angstfrei bestehen zu lassen,umz. B. neue Denk-, Erlebensformen, Konfliktlösungenund Verhaltensweisen
zu erkennen, zu erproben und später real einzusetzen. In der Psychoanalyse z. B., um in der hypnotischen Altersregression
wichtige Kindheitserlebnisse zu reaktivieren und aufzuarbeiten.

Neben der Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren hat die Hypnose aber auch ihren sehr weiten Anwendungsbereich
in der Verhaltensmedizin bzw. psychosomatischen Medizin, wo psychisch bedingte Krankheiten wie Bluthochdruck,
Hautprobleme etc. mit Hypnose behandelt werden können.
Hypnose wird ebenfalls zur Schmerzkontrolle eingesetzt, so z. B. in der zahnärztlichen Praxis, bei Rücken, oder Kopfschmerzen.

Die hier beschriebenen Symtomatik gehört in die Behandlung und darf nur von erfahrenen Therapeuten wie Ärzten, Psychotherapeuten, oder Heilpraktikern praxistiert werden.

Zur medizinischen Hypnose berate ich Sie gerne in einem Erstgespräch.

Sokratischer Gesprächsführung

Sokratischer Gesprächsführung

Der Sokratische Dialog ist eine ursprünglich philosophische Unterrichtsmethode, die eigenverantwortliches Denken fördern will, indem sie zur Reflexion und Selbstbesinnung anleitet, übernommene Normen oder Vorurteile prüft und zum Selbstdenken anregt.

Von Alltagsbeobachtungen ausgehend, werden mit Hilfe der regressiven Abstraktion, dem Rückschluss vom Besonderen zum Allgemeinen, übergeordnete Einsichten und Erkenntnisse gesucht.

Der psychotherapeutische Sokratische Dialog bezeichnet einen philosophisch orientierten Gesprächsstil, der durch eine nicht-wissende, naiv fragende, um Verständnis bemühte, zugewandte, akzeptierende Therapeutenhaltung geprägt ist und chronologisch verschiedene Phasen durchläuft. Er dient einzig der Zielsetzung, dass der Klient durch die geleiteten Fragen des Therapeuten alte Sichtweise reflektiert und – falls er darin Widersprüche oder Mängel erkennt – eigenverantwortlich entscheidet, ob er eine neue funktionale Alternative erarbeiten und seine alte, dysfunktionale Ansicht zu Gunsten der neu erarbeiteten aufgeben will. Hierzu bedienen Therapeuten sich verschiedener Frage- und Disputtechniken und der Methode der! regressiven Abstraktion.

Die mit Abstand häufigsten Probleme, mit denen ich in der Behandlung konfrontiert werde, sind Selbstwertprobleme, die daraus resultieren, dass Menschen ihren Wert an unsinnigen Kriterien festmachen, sich selbst willkürlich beurteilen oder generalisierend betrachten.

Als soziale Wesen haben wir wohl schon seit jeher versucht, mit Hilfe der Selbsteinschätzung unseren Rang innerhalb einer Gruppe zu bestimmen. Diese Selbstbeurteilung ist dabei in der Regel so lange unproblematisch, als sie nicht pauschalisiert und den gesamten Selbstwert von einem einzelnen Kriterium abhängig macht.

Selbstbewertungsmaßstäbe sind nicht nur schichtspezifisch und durch soziale Normen geprägt (»Der Stärke hat recht«, »Der Klügere gibt nach«), sondern unterliegen auch kulturspezifischen Normen. Wer nicht das Gesicht, d. h. nicht an Wert verlieren möchte, muss beispielsweise in Asien seine Emotionen unter Kontrolle halten, in Polynesien Schmerzen klaglos hinnehmen können, als Mann in Australien sportlich und darf als Frau in Brasilien nicht übergewichtig sein.

Selbstbeurteilungsmaßstäbe, die uns in Mitteleuropa am meisten zu schaffen machen, sind: “

  • Hast du was, bist du was!
  • Kannst du was, bist du wer!
  • Wissen ist Macht (und Mächtige sind besser)!
  • Viel Freund’, viel Ehr’!«Viel Feind’, viel Ehr’!
  • Wer Fehler macht, ist ein Versager (und Versager taugen nichts)
  • Ein Mann, ein Wort!« „
  • Ohne Fleiß, keinen Preis!«
  • Männer weinen nicht!«

Wohl jeder kennt diese Normen und hat den einen oder anderen dieser Maßstäbe von klein auf verinnerlicht. Das allein ist noch nicht pathologisch. Erst wenn diese Normen unreflektiert aus dem Verborgenen, unbewusst unser Denken und Verhalten bestimmen, weil wir sie immer noch glauben, ohne uns selbst darüber im Klaren zu sein, wird oft ein Selbstwertproblem daraus Selbstwertprobleme gehen teilweise mit schwersten emotionalen Turbulenzen einher: Scham, Angst, Selbstärger bis zum Selbsthass,mit oder ohne Selbstbestrafung und Niedergeschlagenheit bis hin zu schwerer Depression und schweren emotionalen Turbolenzen. Je weniger die Betroffenen dabei kulturell akzeptierte Möglichkeiten sehen, ihre emotionalen Probleme mitzuteilen und zu bearbeiten, umso größer der Leidensdruck.