Archives Dezember 9, 2018

Zwänge

Zwänge

Die häufigsten und auch bekanntesten Manifestationsformen der Zwangsstörung sind die Wasch- oder Putzzwänge sowie die Kontrollzwänge.

Diese Differenzierung ist für unterschiedliche Strategien in der Therapie bedeutsam. Wasch- und Putzzwänge sind in der Regel mit der Furcht vor einer Ansteckung mit Krankheitskeimen oder Verunreinigung mit menschlichen Ausscheidungen, gefährlichen Chemikalien o. Ä. verbunden. Typischerweise befürchten die Betroffenen, durch den Kontakt mit diesen Stoffen krank zu werden, zu sterben oder andere dadurch krank zu machen, dass sie die betreffenden Keime oder Verschmutzungen weitergeben.

Während Waschzwänge früher vor allem durch die Angst vor Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe oder Herpes ausgelöst wurden, steht heute die Angst vor AIDS im Vordergrund, aber auch Krebs und BSE spielen als Themen eine Rolle.

Offensichtlich spiegelt sich in den Inhalten der Zwänge der Zeitgeist wider. Kontrollzwänge beziehen sich typischerweise auf Elektrogeräte wie Herd, Kaffeemaschine, Bügeleisen etc.), die in der Vorstellung der Betroffenen einen Hausbrand verursachen könnten, oder auf Türen und Fenster, die wegen der Gefahr eines Einbruchs verschlossen sein müssen.

Auch die Sorge, dass man einen anderen Menschen verletzt haben könnte, löst oft vielgestaltige Kontrollen, aber auch Vorsichtsmaßnahmen und wiederholtes Abgehen oder -fahren derselben Wegstrecken aus.

Ganz allgemein ist die Furcht davor, einen Fehler begangen zu haben, der das soziale Ansehen und Leben ruinieren könnte, einer der häufigsten Auslöser für Kontrollzwänge. Hin und wieder spielt auch die Sorge, einen körperlichen Makel zu haben, hier mit hinein. Grundsätzlich sind viele Kontrollzwänge nicht beobachtbar, sondern laufen ausschließlich auf der kognitiven Ebene ab.

Nach den jüngsten epidemiologischen Studien stellen Zwangsstörungen in Deutschland mit einer Ein-Jahres-Prävalenz von 3,6 % die vierthäufigste psychische Störung nach den Phobien, der Depression und den Suchterkrankungen dar.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.

 

 

 

Selbstwertprobleme

Selbstwertprobleme

Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, ob Sie ein »guter« oder ein »wertvoller« Mensch sind?

Oder was statistisch gesehen sehr viel wahrscheinlicher ist: Haben Sie sich auch schon öfter schlecht gefühlt, weil Sie glaubten, nicht »gut genug« oder »nicht wertvoll« zu sein?

Vielleicht haben Sie ja auch schon eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich beobachtet: Sie fürchten sich vor Situationen, in denen Sie ausgelacht oder abgelehnt werden könnten, Sie haben Angst davor, Fehler zu machen, Sie trauen sich nicht unter Menschen, wenn Sie nicht passabel aussehen, Sie schämen sich, wenn jemand Sie auslacht, ablehnt oder kritisiert, Sie kümmern sich mehr darum, was andere wollen oder von Ihnen erwarten, als konsequent Ihre eigenen Ziele zu verfolgen, Sie legen sich ungern fest und mögen sich erst dann entscheiden, wenn Sie sicher sind, was »garantiert richtig« ist, Sie sind unsicher und befangen, wenn Sie in Gesellschaft fremder Menschen sind, Sie neigen dazu, sich zu überfordern, um ja »ausreichende Leistung« zu bringen, Sie kämpfen darum, recht zu haben oder zu behalten und empfinden es als Makel, wenn Ihnen das nicht erfolgreich genug gelingt, Sie reagieren schnell gekränkt oder beschämt, Sie können nicht verlieren, ohne sich zu rechtfertigen oder sich selbst dafür abzuwerten.

Sie halten sich für nutz- oder wertlos, wenn Sie nichts zu tun haben oder ohne Arbeit sind. Diese Liste ließe sich noch weiterführen, aber wenn Sie sich bisher auch nur in einem dieser Punkte wiedererkennen, liegt die Vermutung nahe, dass Sie unter einem Selbstwertproblem leiden.

Damit wären Sie dann allerdings in zahlreicher Gesellschaft, denn Selbstwertprobleme sind die mit Abstand größte Gruppe emotionaler und psychischer Probleme, die Menschen im Laufe ihres Lebens zu schaffen machen: ca. 80   Prozent der Patienten in ambulanter Psychotherapie oder Beratung leiden darunter.

Was sind eigentlich »Selbstwertprobleme«?

Von einem Selbstwertproblem spricht man, wenn jemand seinen eigenen Wert von bestimmten Merkmalen, Leistungen oder Eigenschaften abhängig macht und dann in schwere emotionale Probleme gerät, wenn er diesen Wertmaßstäben nicht genügen konnte oder wenn so ein Versagen droht.

Bei einem Selbstwertproblem benutzt man krank machende Denkweisen, die sich auf Regeln oder Eigenschaften beziehen, nach denen jemand den Zugewinn oder Verlust der eigenen Wertigkeit bestimmt.

Solche Regeln oder »Konzepte« sind besonders stark von sozialen und kulturellen Einflüssen, Moralvorstellungen und Erziehungsnormen geprägt. Befürchtungen beziehen sich hierbei stets auf drohenden Selbstwertverlust, wenn der dafür gewählte Maßstab (z.B. Leistung, Anerkennung, Beliebtheit, Besitz) unzureichende Ergebnisse liefert.

Soziale Ängstlichkeit und die meisten depressiven Störungsbilder, Burn-out und Schamreaktionen sind typische Konsequenzen von Selbstwertproblemen. Ursache und Wirkung. In der Regel kommen Menschen allerdings nicht wegen ihrer mehr oder weniger bewussten, selbst gewählten Maßstäbe zur Selbstwertbestimmung in die Behandlung, denn den meisten ist gar nicht klar, dass hier die Ursache für ihr seelisches Leid zu finden ist. Sie kommen dann, um die emotionalen, negativen psychischen Konsequenzen loszuwerden, die aus der gewählten Art entstehen, nach der sie ihren Selbstwert bestimmen.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch-

 

Kognitive Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapie
Psychotherapie Salzkotten Kreis Paderborn: Die Kognitive Verhaltenstherapie ist ein besonders effektives,

wissenschaftlich untersuchtes Therapieverfahren mit nachgewiesener Effizienz und Wirkung.

Sie ist gleichzeitig die modernste und wirksamste Form der Verhaltenstherapie.

Hier wird besonderes Gewicht auf das Erkennen, Überprüfen und ggf. Verändern von verinnerlichten Konzepten, Wertmaßstäben, Normen und häufig ablaufenden Gedanken gelegt, da diese meist für das Entstehen emotionaler Probleme
verantwortlich sind.

Nach dem Verändern krankmachender Konzepte lernen Sie, diese neuen Alternativen mit Hilfe
strukturierter Arbeits- und Übungsprogramme in Alltagssituationen umzusetzen, um die theoretischen Erkenntnisse
durch neue Erfahrungen auch glauben zu lernen.

Der Ausdruck Kognitive Verhaltenstherapie mag zu der Schlussfolgerung verleiten, es gehe beim bearbeiten von
Probleme in erster Linie um das Ändern von Verhaltensmustern.

Das hieße jedoch, Ursache und Wirkung oder Problem und Symptom miteinander zu verwechseln.

Wenn jemand bestimmte Fähigkeiten, Verhaltensweisen oder Fertigkeiten nicht gelernt hat,

liegt das meist daran, dass er dies bisher für zu gefährlich, zu lästig oder zu peinlich hielt und es aus
Angst oder Bequemlichkeit vermieden hat, sich damit zu beschäftigen.

Sollte jemand bestimmte Dinge lediglich nicht gelernt haben, wäre das allein kein Grund zu einem Therapeuten zu gehen, denn er könnte ja heute damit beginnen, sein Verhalten zu ändern und zum Beispiel lernen, Kritik angemessen auszudrücken oder zu ertragen, mit dem Alkoholtrinken oder Rauchen aufzuhören, Vorträge zu halten, Freunde oder Partner zu suchen, Reden zu halten oder im Mittelpunkt zu stehen.

Es sei denn, irgendetwas hielte ihn davon ab, beispielsweise der Antrieb, die Angst vor Blamage oder Ablehnung, Scham, Trauer oder Minderwertigkeitskomplexe.

Oft vermeiden Menschen wegen dieser unangenehmen Emotionen, sich mit Situationen, Personen oder Sachen so auseinanderzusetzen, wie es zum Aufbau eines angemessenen Verhaltensrepertoires notwendig wäre.

Dadurch entstehen Defizite oder unangemessene Muster, die längerfristig zu psychischen Beschwerden und nachfolgend zu weiteren Verhaltenseinschränkungen führen können.

Therapeutisch steht daher stets im Vordergrund, die emotionalen Hindernisse für die notwendigen Lernerfahrungen zu bearbeiten.